Sukkot

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender

 

S U K K O T

Quellen und Geschichten

Sukkot Wiederentdecken

Aus dem Buch Nehemia:

Nun fanden sie im Gesetz, das der Ewige durch Moses befohlen hatte, geschrieben, am Fest im siebten Monat sollten die Söhne Israels in Laubhütten wohnen. Sobald sie das hörten, ließen sie ausrufen:
"Geht hinaus auf das Gebirge und holt Laubzweige von Ölbäumen und Kiefern, von Myrthen, Palmen und anderen Laubbäumen, um daraus gemäß er Vorschrift Hütten zu bauen!"
Da zog das Volk hinaus und holte sie. Dann baute es sich Laubhütten, jeder auf seinem Dach oder in den eigenen Höfen, in den Vorhöfen des Gotteshauses, auf dem Platz am Wassertor und auf dem Platz am Ephraimtor.
(Nehemia 8,14-17)

Eine ungewöhnliche Sukka

Aus dem Talmud:

Wenn jemand seine Sukka auf einem Wagen (obwohl er sich bewegt) oder auf dem Deck eines Schiffes (wo sie den Stürmen ausgesetzt ist) errichtet, ist es gültig und sie kann für das Fest benutzt werden. Wenn jemand seine Sukka auf einem Baum oder auf dem Rücken eines Kameles baut, ist es gültig, aber sie darf für das Fest nicht benutzt werden. ...
Dies ist eine allgemeine Regel: Was immer von selbst stehen kann, wenn der Baum weggenommen wird, ist gültig, und man kann es für das Fest benutzen.
(Sukkak 2,3)

Iß und sei fröhlich

Aus dem Talmud:

Rabbi Eliezer sagte: Ein Mann ist verpflichtet, vierzehn Mahlzeiten in der Sukka einzunehmen. Eine an jedem Tag und eine in jeder Nacht. Die Weisen sagen aber, es gäbe keine genaue Zahl, außer in der ersten Nacht des Festes, wo man eine Mahlzeit in der Sukka einnehmen muß. Rabbi Eliezer sagte auch: Wenn man in der ersten Nacht des Festes nicht in der Sukka gegessen hat, man man dies in der letzten Nacht des Festes nachholen.
(Sukka 2,6)

Heilige Gäste in der Sukka

Wenn jemand in seiner Wohnung im Schatten des Glaubens sitzt, dann breitet die Schechina ihre Schwingen über ihn aus und Abraham und fünf andere Gerechte wohnen mit ihm.

Rabbi Abba sagte: "Abraham und fünf Gerechte mit ihm (Isaak, Jakob, Josef, Moses und Aaron) und David. Denn es heißt:

In Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage.
(Leviticus 23,42)

Und er soll sich an jedem Tag des Festes gemeinsam mit diesen Gästen, die mit ihm wohnen, erfreuen."

Rabbi Abba wies auch darauf hin, das es zuerst heißt "sollt ihr wohnen" und dann "alle Eingeborene in Israel sollen wohnen in Hütten." (Lev. 23,42)
Das erste bezieht sich auf die Gäste, und daher pflegte Rab Hamnuna der Ältere wenn er die Sukka betrat, am Eingang zum stehen und zu sagen: "Laßt uns die heiligen Gäste einladen und eine Tafel bereiten."
Er stand auf und begrüßte sie:
"In Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage. Setzt euch, erhabene Gäste, setzt euch, ihr Gäste des Glaubens."
Dann erhob er seine Hände in Freude und sagte:
Glücklich ist unser Teil, glücklich ist der Teil Israels, den es steht geschrieben:
Des Ewigen Teil ist sein Volk." (Deut. 32,9)
Dann setzte er sich.

Das zweite "wohnen" bezieht sich auf alle "Eingeborenen in Israel", denn er hat Anteil am Heiligen Land und das heilige Volk sitzt im Schatten des Glaubens, um die Gäste zu empfangen und sich an dieser und an der kommenden Welt zu erfreuen.

Er muß auch die Armen erfreuen, denn die Portion der Gäste, die er einlädt, kommt den Armen zu. Rabbi Eliezer sagte: "Die Tora fordert von einem Menschen nicht mehr als er geben kann, denn es heißt:
Jeglicher nach dem, was seine Hand geben kann, nach dem Segen des Ewigen, den er dir gegeben. (Deut. 16,17)
Man sage nicht, ich will mich zuerst mit Speise und Trank sättigen, und was übrig bleibt, werde ich den Armen geben. Zuerst muß den Gästen gegeben werden. Und wenn er die Gäste erfreut und sättigt, dann erfreut sich Gott mit ihm."
(Zohar 103b-104a3)

Zitate unserer Weisen

Woher wissen wir, daß beim Wasseropfer große Freude herrschte?
Rabbi Illa antwortete: Denn es heißt (Jesaja 12,3):
Ihr werdet mit Frohlocken Wasser schöpfen.
(Sukka 48b)

Die Wasserversorgung für Eretz Israel wird zu Sukkot festgesetzt. Warum befahl die Tora das Wasseropfer für Sukkot? Rabbi Juda erklärte im Namen Rabbi Illas, Gott habe Israel gesagt:

Opfert mir das Wasser zu Sukkot dar. damit die Regen des Jahres euch Fülle bringen mögen.
(R. Hash. 16a)

Meditation beim Eintritt in die Sukka

Dieses Gebet wird beim Eintritt in die Sukka gesagt, um Gott zu bitten, unsere Ausführung dieser Mitzwa anzunehmen.

Unser Gott und Gott unserer Väter, wir erfüllen dieses Gebot des Wohnens in der Sukka mit Ehrfurcht und Liebe für die Göttliche Einheit deines Heiligen Namens, gepriesen seist Du.
Möge es dein Wille sein, uns anzuerkennen, deine Göttliche Gegenwart in unsere Mitte zu setzen und deine Sukka des Friedens über uns auszubreiten. Wie der Adler sein Nest bewacht, mögest du uns deine Glorie von den Himmelshöhen aus beschützen. Versorge jene, die hungern und dürsten und verleihe mir, deinem Diener den Wunsch, deinem Weg zu folgen. Befreie mich von meiner Schuld und wasche mich von meinen Sünden rein. Ich bin aus meinem Haus in diese Hütte gegangen, denn ich gehe fest auf dem Weg deiner Gebote, wohin sie mich auch immer führen mögen. Oh Herr, gieße deinen Segen über mich und gib mir Leben. Wenn meine Zeit kommt, diese Welt zu verlassen, so erweise mir die Gnade, unter deinem Schutz zu wohnen. Mögen mir viele Tage im Buch des Lebens besiegelt sein und Leben im Heiligen Land, um dir zu dienen. Gepriesen sei der Ewige. Amen. Amen.

Eine Sukka - Geschichte

Jedes Jahr lud Rabbi Susja von Chanipol viele einfache und ungebildete Menschen in die Sukka ein.

Als man ihn fragte, warum er seine Gastfreundschaft auf solche Leute ausdehne, antwortete er:

"Wenn in der kommenden Welt die Gerechten in der Sukka des ewigen Friedens wohnen, möchte ich auch dort sein. Ich fürchte, daß man mir nicht erlauben wird, diese Sukka zu betreten, denn ein so niedriger Mensch wie ich kann nicht auf derselben Stufe stehen wie die Gerechten. Daher setzte ich für mich selbst eine gerechte Forderung ein. Wenn mich die Engel fragen, wie ich, ein ungebildeter Mann, erwarten kann, in die Sukkat Schalom gebeten zu werden, dann werde ich antworten können: 'Ich habe einfache Menschen in meiner Sukka willkommen geheißne.'"

Der Weg der Juden

Der Herzog von Mannheim fragte einmal Rabbi Zwi aus Berlin: "Warum stellen die Kinder die Vier Fragen zu Pesach und nicht zu Sukkot? Zu Sukkot habt ihr mehr Bräuche als zu Pesach, vor allem weil ihr eure Wohnungen verlässt und in zeitweiligen Hütten wohnt."

"Laß es mich erklären", antwortete Rabbi Zwi. "Zu Pesach sieht ein Kind, wie die Familie um den Tisch versammelt ist, es gibt viele Speisen, und wir erfreuen uns in einer Weise, in der sich Juden nicht immer erfreuen durften. Daher ist ein Kind überrascht und stellt die Fragen. Aber was sehen die Kleinen zu Sukkot? Die Juden verlassen ihre Häuser und sitzten draußen, ohne Dach über dem Kopf. Das ist keine Überraschung, denn sogar ein Kind weiß, dies ist der Weg der Juden in der Diaspora."

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