Sukkot

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender

 

S U K K O T

Hintergrund und biblische Quellen

Aus der Bibel

Jedoch am fünfzehnten Tag des siebenten Monats, da ihr einsammelt den Ertrag des Landes, sollt ihr festlich begehen das Fest des Ewigen sieben Tage, am ersten Tag ist eine Feier und am achten Tage eine Feier. Und nehmet euch am ersten Tage eine Frucht vom Baume Hadar, Palmzweige und Zweige vom Baume Abot und Bachweiden, und freuet euch vor dem Ewigen, euerm Gott, sieben Tage. Und begehet es festlich als Fest des Ewigen sieben Tage im Jahre, eine ewige Satzung bei eurern Geschlechtern, im siebenten Monat sollt ihr es festlich begehen. In Hütten sollt ihr wohnen sieben Tage; alle Eingeborene in Israel sollen wohnen in Hütten. Damit es eure Geschlechter erfahren, daß ich in Hütten habe wohnen lassen die Kinder Israel, da ich sie hinausgeführt aus dem Lande Mitzrajim: Ich bin der Ewige, euer Gott. Und Moses sagte die Feste des Ewigen den Kindern Israel.
(Leviticus, 23, 39-44)

Einführung

Das Sukkotfest hat seine Wurzeln in der Bibel, wo die grundlegenden Vorschriften und der Bezug zu den historischen Ereignissen erläutert werden.

Gemäß der Tora ist Chag HaSukkot (Laubhüttenfest) oder Chag HaAsif (Fest des Einsammelns), wie es auch genannt wird, eines der drei Feste, an denen die Israeliten aufgefordert waren, eine Wallfahrt zum Tempel in Jerusalem zu unternehmen. Die Art, wie das Fest zu begehen ist, wird erklärt: Wohnen in Hütten, Arbeitsverbot am ersten und am achten Tag, Opfer, Verwendung der "Vier Arten" und Dank für die Ernte.

Dem Volk war befohlen, sich jedes siebente Jahr zu versammeln und die Vorlesung des Gesetzes zu hören.

Datum

Das Fest dauert neun Tage (acht in Israel) und beginnt am 15. Tischri.

Es gibt vier Zwischenfeiertag (dritter bis inklusive sechster Tag), bekannt als Chol HaMoed, Wochentage des Festes. Drei weitere Tage, die jeder seine eigene Charakteristik haben, vervollständigen die Periode der neun Tage.

Namen

Zur Zeit des Tempels

Die Einweihung des Tempels unter König Salomon fand zu Sukkot statt. Dieses historische Ereignis wird im ersten Königbuch und in den Chroniken beschrieben.

Könige I beschreibt auch die Jeroboams Rebellion gegen Rehoboam, dem Nachfolger Salomons. Um seine Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen, änderte Jeroboam unter anderen auch das Datum des Laubhüttenfestes.

Die biblischen Bücher Esra und Nehemia beinhalten Berichte von der Wiedereinsetzung der Sukkotfeiern in Jerusalem nach dem babylonischen Exil.

Der Prophet Zachrias sah die Zeit voraus, in der alle Nationen einen Gott anbeten werden und das Sukkotfest feiern. Die Idee einer universalen religiösen Brüderlichkeit wird durch das rabbinische Wort bekräftigt:

Zu Sukkot opferten die Israeliten siebzig Ochsen für die siebzig Nationen der Erde.
(Midrasch Tanhuma)

Durch die Jahrhunderte

Salomons Tempel wurde zum Chag HaAsif eingeweiht und daher wurde Sukkot das erste der drei Wallfahrtsfeste (Regalim): Sukkot, Pesach und Schawuot.

Als Salomon nach Jerusalem ging, nahm er sein ganzes Volk mit. Die Kohanim (Priester) und die Leviten brachten das heilige Tempelgerät und den Altar. Salomon und die ganze Gemeinde Israels waren vor dem Altar versammelt und opferten Schafe und Ochsen.

Nach dem babylonischen Exil wurde Chag HaAsif als Sukkot bekannt. Dies, um zu erinnern, daß unsere Vorfahren nach dem Exodus zur Zeit der Wüstenwanderung in Hütten lebten.

Die Tora nennt die ersten sieben Tage von Sukkot "Chag haSukkot" - Laubhüttenfest. In diesen Tagen sind wir verpflichtet, in der Sukka zu sitzen. In Israel wird Sukkot acht Tage lang gefeiert, in der Diaspora neun. Der achte Tag wird Atzeret genannt, der letzte Simchat Tora. Der erste und achte Tag sind Feiertage mit Arbeitsverbot.

Vor Sukkot bauen die Juden in ihren Höfen oder am Balkon eine Sukka, wo sich die Familie zum Essen trifft. Chassidim beginnen mit dem Bau der Sukka sofort nach dem Ende von Jom Kippur, um von einer Mitzwa zur nächsten zu gehen.

Bräuche

Die Mitzwa der "Vier Arten" - "Arba Minim" - symbolisiert nationale Einheit. Etrog und Lulaw (Palmzweig) sind das volle Leben in Glück und Gottesliebe. Myrthe und Bachweide repräsentieren die menschlichen Schwächen. Zu Sukkot ist es Brauch, arme Torastudenten zum Essen einzuladen. Um diese Einladungen auszuweiten, werden auch die Uschpizin, die himmlischen Gäste gebeten: Abraham, Isaak, Jakob, Josef, Moses, Aaron und David. Dieser Brauch repräsentiert die Mitzwa unseres Vaters Abraham, Gäste einzuladen.

In der Gemeinde

Der siebente Tag der Mitzwa von Sukka und den "Vier Arten" wurde Hoshana Rabbah genannt, nach dem Gebet "Hoshana". An diesem Tag wurde der Altar sieben Mal umkreist, während die folgenden Worte wiederholt wurden:

Rette jetzt, ich flehe zu dir, Gott, ich flehe zu dir, schicke uns jetzt Gedeihen.

Heute umkreisen wir mit der Tora sieben Mal die Bimah und sagen dasselbe Gebet. Der Lulaw wird immer wieder geschüttelt, um die Bitte des Volkes um Regen zu bekräftigen.

Die Nacht von Hoshana Rabbah ist der Höhepunkt des Gerichtes, wenn unser zukünftiges Schicksal entschieden und besiegelt wird. Diese Nacht wurde daher "Leil HaChotam" genannt, die Nacht der Besiegelung.

Zu Simchat Tora, dem letzten Tag des Sukkotfestes, wird der jährliche Zyklus der Toralesung beendet und gleichzeitig neu begonnen, die Ewigkeit des Volkes Israel symbolisierend.

Derjenige, der zum letzten Abschnitt der Tora aufgerufen wird, heißt Chatan Tora, Bräutigam der Tora. Derjenige, der "Bereschit" zu lesen beginnt, ist der Chatan Bereschit, der Bräutigam der Genesis.

Zu Simchat Tora wird mit den Torarollen getanzt, Kinder tragen Fahnen, die mit Äpfeln dekoriert wurden.

[Zurück] [Weiter]

[Feste und Feiertage] [Deutsche Seiten] [Pädagogik Zentrum]

 

Pädagogik Zentrum
Direktor: Dr. Motti Friedman
Web Site Manager: Esther Carciente, esthers@jajz-ed.org.il
Deutsche Seiten: Dr. Chani Hinker


Terms and Conditions of Use of the Website
Copyright © 1992 - 2008 The Department for Jewish Zionist Education. All rights reserved.
The e-mail addresses @jajz are being discontinued
To Contact Us, Click and Choose Educational Helpdesk under Category