Sukkot

Von
Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender
S
U K K O T
Portraits
der Uschpizin
Abraham
Der Patriarch und
Begründer des Monotheismus, den das jüdische Volk aber auch die arabischen
Völker übernahmen. Die erste historische Quelle seines Lebens findet
sich im Buch Genesis (11,16-25,11).
Abraham, der Sohn des Götzenherstellers
Terach wurde in Ur, auf der Halbinsel Chaldäa geboren. Gott forderte ihn
auf, sein Land zu verlassen, und Abraham reiste nach Kanaan, wo er im Alter
von 75 Jahren eintraf.
Seine Frau Sarah blieb kinderlos,
und Abraham nahm im Alter von 86 Jahren seine Magd Hagar zur Konkubine. Sie
hatten einen Sohn, Jischmael. Dreizehn Jahre später offenbarte sich Gott
Abraham und erneuerte seinen Bund mit ihm. Gott befahl ihm, sich selbst zu beschneiden
und versprach ihm, Sarah werde ihm ein Kind gebären. So wurde Isaak, Abrahams
Sohn und spiritueller Erbe, geboren.
Abraham starb als er 175
Jahre alt war. Er wurde in der Höhle von Machpela begraben, die er - zusammen
mit dem angrenzenden Feld - Jahre zuvor als Grabstätte für seine Familie
zum vollen Preis gekauft hatte. (Genesis 23,3-18)
Abrahams dominierende Qualitäten
- Seine Ernennung: Er
wurde von Gott auserwählt, um das jüdische Volk zu gründen.
- Sein unerschütterlicher
Glaube (siehe Midrasch), der sich in den folgenden Ereignissen am vornehmsten
ausdrückt:
- In seiner Kindheit
zögerte er nicht und zerstörte die Idole, die den Lebensunterhalt
seines Vaters ausmachten.
- Er reiste mehr
als 40.000 km, um in das Land Kanaan zu gelangen.
- Er wagte die einschüchternde
Aufgabe der Selbstbeschneidung.
- Schließlich
wurde seine Gottergebenheit nochmals - und diesmal höchst dramatisch
- geprüft, als er aufgefordert wurde, seinen Sohn Isaak zu opfern.
- Seine Gerechtigkeits-
und Friedensliebe: Als in Kanaan ein Krieg ausbrach (Genesis, Kap. 14),
gelang es ihm, die Könige von Salem (Jerusalem) und Sodom miteinander
zu versöhnen. Er setzte sich vor Gott für die Bewohner von Sodom
und Gomorrah ein. Er konnte seinen Neffen Lot vor der Vernichtung retten.
Später stritt er nicht mit ihm, sondern erlaubte ihm die erste Wahl
bei der Entscheidung um das Territorium.
- Seine Güte, seine
besondere Gastfreundschaft: Es heißt, sein Zelt sei an allen vier
Seiten offen gewesen, um Reisende aus allen Richtungen willkommen zu heißen.
Isaak
Sohn von Abraham und Sarah,
der zweite der Patriarchen und der erste Jude, der am achten Tag nach seiner
Geburt beschnitten wurde. Isaak war jung, als sein Vater mit seiner Opferung
geprüft wurde. Isaak stimmte zu, auf den Scheiterhaufen gebunden zu werden,
aber im letzten Augenblick erschien ein Engel und ein Widder wurde an Isaaks
statt geopfert. (Genesis 22, 1-19)
Isaak heiratete Rebekka,
die Tochter Bethuels, der ein Cousin Abrahams war, Sie hatten Zwillingssöhne,
Jakob und Esau. Im Alter verblindete Isaak und gab Jakob den Segen des Erstgeborenen,
der für Esau bestimmt gewesen war. Isaak starb im Alter von 180 Jahren
und wurde in der Höhle von Machpela neben seinen Eltern bestattet.
Isaaks dominierende Qualitäten
- Heroismus: Er akzeptierte,
auf den Scheiterhaufen gebunden und geopfert zu werden.
- Eheliche Liebe: Er
ist die einzige Persönlichkeit in der Tora, von der gesagt wird, er
liebe seine Frau. (Genesis 24,67)
- Verbundenheit mit Eretz
Israel: Von den drei Patriarachen ist er der einzige, der sein gesamtes
Leben in Eretz Israel verbrachte. Er überschritt niemals die Grenzen.
Er lebte in vollendeter Harmonie mit dem Land, das er kultivierte. "Und
Isaak säete in diesem Lande und gewann das Hundertfältige, denn
der Ewige segnete ihn." (Genesis 26,12)
Jakob
Der dritte und letzte Patriarch.
Die Tora erzählt, er war der Sohn von Isaak und Rebekka und der zweitgeborene
Zwilling nach Esau. Nach einem Streit mit seinem Bruder wegen des Erstgeburtsrechtes
und des Segens, den er nach Anweisung seiner Mutter als Esau verkleidet von
seinem Vater empfing, verließ Jakob seine Heimat und floh nach Haran.
Auf dem Weg offenbarte sich Gott und versprach ihm und seinen Nachkommen das
Land Kanaan. (Genesis 28,12, Traum von der Himmelsleiter)
In Haran heiratete Jakob
Lea und Rachel, die Töchter seines Onkels mütterlicherseits. Lea,
Rachel und die beiden Mägde Bilha und Zilpa gebaren Jakob eine Tochter
(Dina) und zwölf Söhne, die Begrüder der Stämme Israels.
Auf dem Weg nach Kanaan kämpfte Jakob in der Nähe des Flusses Jabok
mit einem Engel. Hier empfing er den Segen und seinen neuen Namen, "Israel".
(Genesis 32,25)
Im Alter zog er mit seinen
Söhnen und deren Familien während einer Hungersnot nach Ägypten
hinunter. (Genesis 46,26-27) Sie ließen sich im Lande Goschen nieder,
und dort wurden sie zu einem großen Volk. Jakob starb in Ägypten
im Alter von 147 Jahren. Seine sterblichen Überreste wurden nach Kanaan
gebracht und in der Höhle von Machpela mit seinen Vorfahren bestattet.
Jakobs dominierende Qualitäten
- Festhalten am Glauben
seiner Väter: Er widerstand erfolgreich den Einflüssen seines
Bruders Esau und seines Onkels Laban. Er widerstand ihrer Götzenverehrung
und empfing dafür Isaaks Segen.
- Friedensliebe: Er vermied
wiederholt Konflikte mit seinem Bruder und seinem Onkel, um in Frieden mit
ihnen zu leben. Er bemühte sich um Frieden im eigenen Heim.
- Er ist der Gründervater
des Jüdischen Volkes. Seine zwölf Söhne gründeten die
zwölf Stämme Israels. Er verwandelte die Familie Abrahams in eine
Nation.
Joseph
Elfter Sohn Jakobs, das
Lieblingskind und der erste Sohn Rachels (Genesis 30,23-24). Sein Leben wird
in Genesis Kapitel 37 bis 50 beschrieben.
Seine eifersüchtigen
Brüder verkaufen ihn nach Ägypten. Dort wird er in den Kerker geworfen,
da er die Avancen von Potiphars Frau ablehnte. Nachdem er erfolgreich einige
Träume des Pharao deuten konnte, wird er aus dem Gefängnis entlassen
und zum Wesir des Königs ernannt. In dieser Funktion rettet er das Land
vor einer Hungersnot.
Nachdem sie die Identität
Josephs in Ägypten erkannt hatten, schließen sich ihm seine Brüder
und sein Vater Jakob an.
Gemäß der Tora
trug die Exodusgeneration Josephs sterbliche Überreste mit sich, um ihn
in Eretz Israel zu begraben. Er ist der einzige Sohn Jakobs, nach dem kein Stamm
benannt wurde, aber zwei der zwölf Stämme tragen die Namen seiner
Söhne: Ephraim und Menasse.
Josephs dominierende Qualitäten
- Prophetische Begabung:
sie findet ihren Ausdruck in Traumdeutungen.
- Seine politischen Einsichten
und sein Organisationstalent erlaubten ihm in Ägypten Gesetze einzuführen,
die die Blüte des Landes verursachten.
- Sein scharfer Sinn
für Gerechtigkeit (er wird "Joseph der Gerechte" genannt): er zeigte
diese Tugend, als der Potiphars Frau abwies und als er seinen Brüdern
verzieh, die ihn als jungen Mann in die Sklaverei verkauft hatten. Er rettet
seine ganze Familie vor der Hungersnot, die in Eretz Israel herrschte, und
siedelte sie in Ägypten an, dem Land seines Exils und seines Erfolges.
Moses
Moses wurde in Ägypten
geboren, seine Eltern waren Jochebed und Amram - beide Angehörige des Stammes
Levi - seine Geschwister Miriam und Aaron. Als der Pharao befahl, alle männlichen
Kinder seien zu töten, wurde Moses von seiner weisen Mutter in ein Binsenkörbchen
gelegt und auf den Nil plaziert. Die Tochter des Pharao fischte ihn aus dem
Wasser und nahm ihn in die königliche Familie auf.
Als Moses entdeckte, daß
sein Volk unterdrückt wurde und ein Sklavendasein führte, versuchte
er die brutale Behandlung durch die Ägypter zu mildern. Einmal er schlug
einen ägyptischen Aufseher und mußte fliehen.
Er ließ sich in Midian
nieder, wo er Jithro und dessen Tochter Zipporah traf. Zipporah wurde seine
Frau. Gott offenbarte sich ihm und befahl ihm, nach Ägypten zurückzukehren,
um den Pharao zu überzeugen, die israelitischen Sklaven ziehen zu lassen.
Das Buch Exodus erzählt von den Plagen, den Exodus, der Teilung des Schilfmeeres
und den Ereignissen am Sinai. Unter der Führung Moses' wanderte das Volk
durch die Wüste Sinai und lebte in Hütten, Vorläufer und Modell
für die beiden Tempel wurden in der Wüste gebaut. Durch Moses offenbarte
Gott den Israeliten die Tora.
Moses starb im Alter von
120 Jahren, ohne das geliebte und ersehnte Land Israel betreten zu haben. Sein
Grab ist unbekannt.
Moses' dominierende Qualitäten
- Er ist der vollendete
Prophet: Und es stand fortan nicht auf ein Prophet in Israel wie Moses,
den er Ewige erkannt, Angesicht zu Angesicht. (Deut. 34,10)M
- Seine Sanftmut: "Und
der Mann Moses war sehr sanftmütig, mehr als irgend ein Mensch auf
dem Erdboden." (Num, 12,3)
- Seine Führungsqualitäten:
Er verstand sein Volk, verteidigte es, intervenierte für sei bei Gott
und zögerte nicht, ihnen, wenn notwendig, seine Autorität aufzuerlegen.
Aaron
Eine der Hauptfiguren des
Exodus aus Ägypten und der dramatischen Ereignisse während der Wüstenwanderung.
Er war der Hohe Priester (Kohen gadol) und der Begründer der Priesterdynastie
(Kohanim) in Israel.
Auch Aaron wurde in Ägypten
geboren, seine Eltern waren aus dem Stamm Levi; Jochebed und Amram. Er war der
ältere Bruder von Moses und Miriam. Gemeinsam mit Moses befreite er die
Israeliten aus der Knechtschaft und führte sie durch die Wüste.
Als sich Moses auf dem berg
Sinai befand, um die Bundestafeln zu empfangen, wurde Aaron schwach und um Zeit
zu gewinnen, bis sein Bruder vom Berg herabstieg, stimmte er der Errichtung
des Goldenen Kalbes zu und ging soweit, einen Altar davor zu bauen.
Aaron und seine Söhne
wurden auserwählt, Gott als die Priester des Volkes zu dienen. Nach dem
Bau der Stiftshütte zogen sie die priesterlichen Gewänder an und setzten
den Dienst ein.
Aaron starb im Alter von
123 Jahren, auch ohne das Land Israel betreten zu haben.
Aarons dominierende Qualitäten
- Sein Charisma und seine
Führungsqualitäten: Er war Moses' Sprecher, der sich wegen seiner
Sprachbehinderung nur mit Schwierigkeiten ausdrücken konnte. Er konnte
die Macht der Masse bewerten. Daher stimmte er gegen seine Überzeugung
dem Goldenen Kalb zu.
- Sein heiliger Charakter:
Aaron repräsentiert die höchste Macht der Priesterklasse. Ihm
allein war es erlaubt, das Allerheiligste zu betreten.
David
David wird als Israels größter
König betrachtet (1037 - 967). Seit seiner Jugend zeigte er immense Tapferkeit,
als er den Philisterriesen Goliath im Zweikampf schlug.
Im Alter von 25 Jahren wurde
David Offizier in Sauls Armee und zeichnete sich schnell im Krieg gegen die
Philister aus. Spätr war er gezwungen, vor der Eifersucht dessen zu fliehen,
dem er im Krieg so treu gedient hatte: König Saul selbst. Nach Sauls Tod
kehrte david nach Hebron zurück und wurde zum König von Judah gesalbt.
Sieben Jahre später schworen ihm alle Stämme Israels die Treue.
Im achten Jahr seiner Regierung
eroberte David Jerusalem und machte sie zu seiner Hauptstadt. Er konnte die
Armeen der Philister, Edoms, Moabs und Amons erfolgreich bekämpfen. Durch
diese Siege konnte er die Grenzen seines Reiches erweitern und einen Vertrag
mit Tyrus und Sidon unterzeichnen.
Nach seinen Feldzügen
kümmerte er sich um die inneren Angelegenheiten des Staates, um die administrativen
und wirtschaftlichen Seiten seiner Regierung. David legte die Basis für
den Bau des Tempels, der in den Tagen seines Nachfolgers Salomon errichtet wurde.
Davids Geschichte findet sich im Buch Samuel und im ersten Buch der Könige.
Davids dominierende Qualitäten
- Mut, List und militärisches
Genie.
- Eine leidenschaftliche
Natur und eine kraftvolle kreative Energie.
- Musikalische und poetische
Begabung: Die Psalmen werden David zugeschrieben.
- David wird vor allem
als der Vater des jüdischen Königshauses in Judah und Israel bis
zum Bau des Ersten Tempels betrachtet. Die Füherschaft Israels bezieht
sich immer auf das "Haus David". Seine Größe ist von solcher
Art, daß uns die Tradition lehrt, am "Ende der Tage" werde der Messias
ein Abkömmling des "Hauses David" sein.
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