Purim

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den juedischen Kalender
P U R I M
Uebung: Die Hauptdarsteller
Die zentralen Charaktere im Buch Esther
Esther
Sie ist die Heldin des Buches, das ihren Namen traegt. Ab dem Zeitpunkt, zu dem sie von Koenig Achaschwerosch zur Frau erwaehlt wird, nennt die Megaillah sie Koenigin Esther.
Die Megillah beschreibt sie als junge und naive Juedin, aber voller Heroismus. Sie benutzte ihre Schlauheit, um zwischen dem Koenig und seinem Minister Haman eine Spaltung, Spannungen und Eifersucht herbeizufuehren. Auf dieser Basis erscheint das Wunder, und Esther wird von der Geschichte als diejenige bezeichnet, die die Juden Persiens vor Hamans Vernichtungsplan rettete.
Esther wurde vorher Hadassah genannt. Ihr Vater Avihail war Mordechais Onkel (der Bruder von Mordechais Vater). Nach dem Tod von Esthers Eltern, nimmt sie Mordechai in sein Haus auf und wurde fuer ihre Erziehung verantwortlich.
Mordechai (die Megillah nennt ihn "der Jude Mordechai")
Mordechai, der Angehoerige des juedischen Volkes, traegt einen babylonischen Namen, der wahrscheinlich vom babylonischen Gott Marduk, der in babylonischen Inschriften der persischen Zeit erwaehnt wird, abgeleitet wurde. Es ist bekannt, dass Juden im babylonischen Exil ihren Kindern babylonische Namen gaben.
Mordechai gehoert zum Stamm Benjamin und wird daher im Estherbuch als "ish jemini" bezeichnet. Mordechais Familie Kisch, wurde gemeinsam mit anderen Familien und dem juedischen Koenig Jojakim 72 Jahre vor der Thronbesteigung Achaschwerosch vom babylonischen Koenig Nebukadnezar ins Exil gezwungen.
Kisch, ein Vorfahre Mordechais, war der Vater von Koenig Saul. Von hier verstehen wir, dass Mordechai ein Abkoemmling der Familie Sauls war, der 500 Jahre vorher gegen Amalek und seinen Koenig Agag (I Samuel 15) kaempfte. Haman heisst der "Agatiter" und war, gemaess unserer Weisen, ein Abkoemmling Agags, des Koenigs von Amalek. So brachte die geschichte nach vielen Generationen abermals eine schicksalshafte Begegnung zwischen Mordechai und Haman, den Nachkommen zweier ewiger Feinde. Das Buch Esther beschreibt die Fortsetzung dieses historischen Kampfes und sein erfolgreiches Ende durch den Sieg der Juden ueber den Amalekiter.
Achaschwerosch
Koenig von Persien und Medien. Er herrschte ueber 127 Laender, von Indien bis Nubien. Achaschwerosch war der Sohn Darius I und der Enkel von Kyros. Er wird gewoehnlich mit dem persischen Koenig Xerxes identifiziert, der von 486 bis 465 v.d.Z. regierte.
Achaschwerosch wird als nicht besonders tolerant gegenueber den Voelkern seines Reiches beschrieben. Er behandelte auch seine juedischen Untertanen schlecht. Die Megillah bezeichnet ihn als unschluessig und charakterlos, unfaehig sich zu entscheiden und seine Ratgeber ohne Unterlass konsultierend. Die Atmosphaere seines Hofes war dem Judentum fremd - Verschwendung, Prunk, opulente und bacchanalische Feste. Sein Regime war willkuerlich und abhaengig von seiner Laune. Wichtige Entscheidungen, die das Schicksal Einzelner und ganzer Nationen bestimmten, wurden waehrend der Trinkgelage, in frivoler und dekadenter Atmosphaere gefaellt.
Haman, Sohn Hammedathas des Agagiters
Oberster Minister des Koenigs Achaschwerosch. Haman schlaegt vor, alle Juden des persischen Reiches an einem einzigen Tag, dem 13. Adar, zu vernichten. Gemaess dem Talmud war Haman ein Feigling und Zoegerer, die Megillah portraetiert ihn jedoch als mutigen und gescheiten Minister.
Uebung - Fuer den Lehrer
Welche dramatischen Veraenderungen geschehen im Leben der Hauptfiguren und im Leben der damaligen Juden?
Benuetzt die angegebenen Stellen, um die Tabelle auszufuellen. Zitiert aus parallelen oder aehnlichen Versen am Beginn und am Ende des Buches Esther. Diese Verse beleuchten die Veraenderungen, die die aufgelisteten Personen erlebten.
| Anfang des Buches | Zitat | Ende des Buches | Zitat |
| Figur aus der Megillah |
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| Achaschwerosch | Esther 3,10 |
| Esther 8,10 |
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| Haman | Esther 5,14 |
| Esther 7,10 |
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| Mordechai | Esther 4,1 |
| Esther 8,15 |
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| Esther | Esther 2,10 |
| Esther 7,3 |
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| Die Juden | Esther 4,3 |
| Esther 8,16 |
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Traditionen des Festes
In Esther 9,20-22 lesen wir:
Mordechai schrieb diese Geschehnisse auf und sandte Briefe an alle Juden in allen Provinzen des Koenigs Achaschwerosch, anh und fern, um sie zu verpflichten, alljaehrlich stets den vierzehnten Tag des Monats Adar und den fuenfzehnten Tag desselben zu feiern, entsprechend den Tagen, an denen die Juden vor ihren Feinden Ruhe fanden, und entsprechend dem Monat, der ihnen vom Schmerz zur Freude, von der Trauer zu einem Festtag umgewandelt wurde, auf dass sie diese Tage als frohen Festgelages feiern, sich gegenseitig Geschenke und den Armen Gaben zusenden sollten.
Und in Vers 28 desselben Kapitels heisst es:
Diese Tage sollten im Gedaechtnis bleiben und in allen Geschlechtern, Staemmen, Provinzen und Staedten begangen werden. Diese Purimtage sollten aus der Mitte der Juden nie schwinden und ihr Andenken von ihren Nachkommen nicht weichen.
Fragen - Fuer den Lehrer
Lies die vorhergehenden Passagen sorgfaeltig.
- Mit welchen Worten wird das Lesen des Buches Esther befohlen?
- Welche anderen Gebote werden erwaehnt?
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Deutsche Seiten: Dr. Chani Hinker
Updated: 07/02/01