Purim

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den juedischen Kalender
P U R I M
Megillat Esther: Zusammenfassung mit Fragen II
Mordechai bittet Esther, ihrem Volk zu helfen
Als Mordechai alles erfahren hatte, was geschehen war, zerriss Mordechai seine Kleider und bedeckte sich mit Bussgewand und Asche. Dann ging er Mitten in die Stadt und erhob eine laute und bittere Klage. Er gelangte bis vor das koenigliche Tor. Denn in Trauerkleidung durfte man das koenigliche Tor nicht betreten.
In einer jeden Provinz, wohin immer der koenigliche Befehl und sein Gesetz kamen, herrschte unter den Juden grosse Trauer mit Fasten, Weinen und Klagen. Fuer sehr viele wurden Sack und Asche als Lager zubreitet.
Da berief Esther den Hatak von den koeniglichen Eunuchen, der in ihrem Dienste stand, und beorderte ihn zu Mordechai, um zu erfahren, worum es sich handle und was es bedeute. Mordechai erzaehlte ihm alles, was ihm begegnet war und auch die Summe des Silbers, das Haman in die koenigliche Schatzkammer zu zahlen versprochen hatte wegen der Juden, um sie vernichten zu koennen. Da befahl Esther, Mordechai zu erwidern: "Wohlan, versammle alle in Schuschan sich befindenden Juden! Haltet ein Fasten meinetwegen! Esst und trinkt drei Tage nichts, Tag und Nacht! Auch ich und meine Dienerinnen wollen ebenso fasten! So will ich dann zum Koenig gehen, und zwar gegen das Gesetz! Komme ich dann um, so komme ich um." Da ging Mordechai fort und handelte nach allem, was Esther ihm befohlen hatte.
1.) Warum bat Esther, dass alle Juden drei Tage lang fasten sollten?
2.) Was koennte Esther Mordechai noch gefragt haben?
Esthers Festmahl
Als sie am dritten Tag das Gebet beendet hatte, zog sie die Kleider ihres Dienstes aus und legte ihre Prachtgewaender an. Sie stellte sich in den inneren Hof des Koenigspalastes gegenueber dem Koenigshaus. Der Koenig sass auf seinem Koenigsthron, im Koenigspalast, gegenueber dem Palasttor. Als der Koenig die Koenigin Esther erblickte, wie sie im Hofe stand, fand sie bei ihm Gefallen. Der Koenig streckte Esther das goldene Zepter hin, das in seiner Hand war. Da naeherte sich Esther und beruehrte die Spitze des Zepters.
Dann sprach der Koenig zu ihr: "Was ist dir, Koenigin Esther, was ist dein Begehren? Bis zur Haelfte des Koenigreiches sei es dir erfuellt." Da antwortete Esther: "Wenn es dem Koenig zusagt, komme der Koenig heute mit Haman zum Gelage, das ich ihm bereitet habe."
Beim Weingelage sprach der Koenig zu Esther: "Was ist deine Bitte? Sie sei dir gewaehrt. Was ist dein Begehren? Bis zur Haelfte des Koenigreiches sei es erfuellt." Da antwortete Esther und sprach: "Meine Bitte und mein Begehren sind: Wenn ich in den Augen des Koenigs Gefallen gefunden habe und es dem Koenig zusagt, meine Bitte zu gewaehren und mein Begehren zu erfuellen, dann komme der Koenig mit Haman zu dem Gelage, dass ich ihnen bereiten werde! Morgen will ich dann dem Wunsch des Koenigs nachkommen!" An diesem Tage ging Haman in froher und guter Stimmung hinaus. Als aber Haman Mordechai im Koenigstor sah, wie er nicht aufstand und keine Furcht vor ihm zeigte, wurde Haman mit Zorn gegen Mordechai erfuellt. Doch er bezwang sich und ging in sein Haus. Dann liess er seine Freunde und seine Frau Seresch kommen. Da sprachen seine Frau Seresch und all seine Freunde zu ihm: "Man errichte einen Pfahl von fuenfzig Ellen Hoehe! Sprich dann morgen frueh mit dem Koenig, dass man Mordechai an ihm aufhaengen soll! So kannst du froehlich mit dem Koenig zum Gelage gehen!" Haman gefiel der Plan, und er liess den Pfahl aufrichten.
1.) Warum lud Koenigin Esther den Koenig und Haman zu einem Festgelage ein?
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Updated: 04/02/01