Purim

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den juedischen Kalender
P U R I M
Megillat Esther: Zusammenfassung mit Fragen I
Koenig Achaschweroschs grosses Fest
Es geschah in den Tagen des Achaschwerosch, der als Koenig von Indien bis Aegypten ueber hundertsiebenundzwanzig Landschaften herrschte -, in jenen Tagen, da Koenig Achaschwerosch auf seinen Koenigsthron sich niedergelassen hatte, der in der Burg Schuschan stand. Im dritten Jahr seiner Koenigsherrschaft veranstaltete er all seinen Fuersten und Dienern ein Gastmahl. Die Heerfuehrer der Perser und Meder, die Adligen und die Provinzstatthalter waren vor ihm erschienen.
Als am siebten Tage der Koenig durch den Wein in guter Laune war, befahl er Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta, Abgata, Setar und Karkas, den sieben Eunuchen, die vor Koenig Achaschwerosch den Dienst versahen, die Koenigin Washti mit der Koenigskrone vor das Antlitz des Koenigs zu bringen, um ihre Schoenheit den Voelkern und Fuersten zu zeigen. Denn sie war von schoenem Aussehen. Aber die Koenigin Washti weigerte sich, gemaess den von den Eunuchen ueberbrachten Befehl des Koenigs zu kommen. Da wurde der Koenig sehr zornig, und sein Unmut entbrannte in seinem Herzen.
Da sprach Mehuman vor dem Koenig und den Fuersten: "Nicht nur gegen den Koenig allein hat die Koenigin Washti sich vergangen, sondern auch gegen alle Fuersten und Voelker, die in allen Provinzen des Koenigs Achaschweroschs sind. Wenn es dem Koenig gut erscheint, ergehe ein koenigliches Dekret von ihm und werde in den Gesetzen der Perser und Meder aufgezeichnet, so dass es nicht mehr aufgehoben werden kann. Washti duerfe nicht mehr vor dem Koenig Achaschwerosch erscheinen. Ihre Koenigswuerde gebe der Koenig einer anderen, die wuerdiger ist als sie.
Da sprachen die Diener des Koenigs, die ihn bedienten: "Man suche fuer den Koenig jungfraeuliche Maedchen, die von schoener Gestalt sind. das Maedchen aber, das dem Koenig gefaellt, soll Koenigin an Washtis Stelle werden." Diesen Vorschlag billigte der Koenig und handelte danach.
1.) Warum veranstaltete Koenig Achaschwerosch ein Fest fuer alle Fuersten und Diener?
2.) Warum wollte der Koenig eine neue Koenigin ans Washtis Stelle?
Koenigin Esther
In der Burg Schuschan weilte ein juedischer Mann mit Namen Mordechai, der Sohn Jairs, des Sohnes Schimis, des Sohnes des Kisch, ein Benjaminiter. Er war der Vormund Hadassahs, das ist Esther, der Tochter seines Oheims. Denn sie hatte keinen Vater und keine Mutter mehr. Das Maedchen war aber von schoener Gestalt und anmutiger Erscheinung. Beim Tode ihres Vaters und ihrer Mutter hatte Mordechai sie als Tochter zu sich genommen. Als der Befehl des Koenigs und seine Verordnung bekanntgemacht und viele junge Maedchen in der Burg Schuschan unter der Obhut des Hege versammelt waren, wurde auch Esther in den Koenigspalast unter die Obhut des Frauenaufsehers Hege gebracht.
Taeglich wandelte Mordechai vor dem Hof des Frauenhauses auf und ab, um ueber ihr Wohlbefinden und ihr Geschick etwas zu erfahren.
So wurde Esther zu Koenig Achaschwerosch in sein koenigliches Schloss gebracht im zehnten Monat - das ist der Monat Tewet - im siebten Jahr seiner Koenigsherrschaft. Der Koenig gewann Esther mehr als alle Frauen lieb, und sie erwarb seine Huld und Gnade mehr als alle Jungfrauen. Er setzte eine Koenigskrone auf ihr Haupt und erhob sie an Stelle Washtis zur Koenigin.
Als sie wie die jungen Maedchen in das zweite Frauenhaus kam, hatte Esther ihre Herkunft und ihr Volk nicht offenbart, wie Mordechai ihr befohlen hatte. Die Anordnung des Mordechai befolgte Esther so wie damals, als sie noch in der Obhut bei ihm weilte. In jenen Tagen, da Mordechai an der Koenigspforte sass, gerieten Bigtan und Teresch, zwei koenigliche Eunuchen von den Schwellenhuetern, in Zorn und gedachten, sich an Koenig Achaschwerosch zu vergreifen. Mordechai erfuhr die Angelegenheit und meldete es der Koenigin Esther. Im Auftrag des Mordechai teilte Esther es dem Koenig mit. Die Angelegenheit wurde untersucht und richtig befunden. Die beiden wurden am Holzpfahl aufgehaengt. Es wurde im Buch der Tagesgeschehnisse fuer den Koenig aufgeschrieben.
1.) Warum sagte Esther niemanden, dass sie eine Juedin war?
2.) Warum befahl der Koenig, dass Bigtan und Teresch an einem Holzpfahl aufgehaengt werden?
Haman will die Juden toeten
Nach diesen Geschehnissen erhob Koenig Achaschwerosch den Agagiter Haman, den Sohn des Hamdata. Er befoerderte ihn und stellte seinen Sitz ueber alle Fuersten, die an seinem Hof waren. Alle Diener des Koenigs , die im Koenigstore waren, beugten ihre Knie und verneigten sich zur Erde vor Haman. Denn so hatte der Koenig seinetwegen angeordnet. Doch Mordechai beugte seine Knie nicht und verneigte sich nicht zur Erde. Als nun Haman bemerkte, dass Mordechai die Knie nicht beugte und sich vor ihm nicht zur Erde verneigte, wurde Haman mit Zorn erfuellt. es erschien in seinen Augen zu wenig, an Mordechai allein Hand anzulegen. Man hatte ihm naemlich das Volk des Mordechai genannt. Da suchte Haman alle Juden im ganzen Reich des Achaschwerosch zusammen mit Mordechai zu verderben. Im ersten Monat - das ist der Monat Nisan - im zwoelften Jahr des Koenigs Achaschwerosch warf man das "Pur" [das ist das Los] vor Haman von Tag zu Tag und von Monat zu Monat. Das Los fiel auf denj dreizehnten Tag zwoelften Monats, das ist der Monat Adar. Da sprach Haman zu Koenig Achaschwerosch: "Es gibt ein Volk, das zerstreut und abgesondert unter den Voelkern in allen Provinzen deines Reiches lebt. Ihre Gesetze unterscheiden ist von jedem Volk, und die koeniglichen Verordnungen beobachten sie nicht. Deshalb ist es nicht angemessen fuer den Koenig, sie in Ruhe zu lassen. Wenn es dem Koenig gefaellt, soll man ein Schriftstueck abfassen, sie auszurotten. Zehntausend Silbertalente will ich in die Haende der Beamten auszahlen, um sie in die koeniglichen Schatzkammern zu bringen Da nahm der Koenig seinen Siegelring von seiner Hand und uebergab ihn dem Agagiter Haman, dem Sohn des Hamdata, dem Gegner der Juden.
Durch die Eilboten wurden die Schreiben an alle koeniglichen Provinzen gesandt, man solle vernichten, ermorden und zugrunde richten alle Juden vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen an einem Tage, am dreizehnten des zwoelften Monats, das ist der Monat Adar, und was zu erbeuten ist, solle man pluendern.
1.) Warum beugte sich Mordechai der Jude nicht vor Haman?
2.) Warum heisst dieses Fest "Purim"?
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Updated: 04/02/01