Purim

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den juedischen Kalender
P U R I M
Purim - Mitzwot und Braeuche in den halachischen Quellen (Kizzur Schulchan Aruch)
Vorschriften fuer das Lesen der Megillah
IV.) Zu Ehren der Megillahlesung ziehe man Schabbatkleider an. Wenn man von der Synagoge nach Hause kommt, finde man die Kerzen angezuendet und den Tisch gedeckt. Waehrend des Abendgottesdienstes wird nach dem Schmoneh Essre "Kaddisch Titkabel" vor dem Lesen der Megillah rezitiert.
IX.) Die Verpflichtung, die Vorlesung der Megillah anzuhoeren, erfuelle man am besten in der Synagoge, wo viele Leute sind. Denn es heisst: "Auf der Menge des Volkes beruht des Koenigs Herrlichkeit" (Spr. 14,28). Falls dies nicht moeglich ist, sollte auf alle Faelle der Versuch unternommen werden, die Megillah in einem Minjan zu hoeren. Falls auch dies nicht moeglich ist, sollte man sie allein aus einer koscheren (auf Pergament geschriebenen Rolle) lesen. Man rezitiere nur die Segenssprueche vor dem Lesen.
XI.) Die Megillah wird am Vorabend und auch beim Morgengebet des Purimtages gelesen. Drei Segenssprueche werden vor der Vorlesung gesagt: "Al Mikra Megillah", "Sche'assah Nissim" und "Schehechejanu". Nach der Lesung wird die Megillah aufgerollt und auf den Tisch gelegt. Der Segen "Ha Rav et riweinu" wird gesagt.
XXII.) Am Morgen des Purimtages gehe man fruehzeitig in die Synagoge. Nach dem Schmoneh Essre wird das Halbe Kaddisch gesagt. Die Passage "Und es kam Amalek" wird aus der Tora gelesen, wofuer drei Maenner aufgerufen werden. Danach folgt wieder Halbkaddisch. Die Tora wird zurueck in den Schrein gelegt, danach wird die Megillah gelesen.
Vorschriften fuer das "Mischloach Manot", die Almosen an die Armen und das Purimfestmahl
1.) Jedermann schicke wenigstens einer Person mindestens zwei Artikel Esswaren, wie es heisst: Und senden sich gegenseitig Geschenke zu", das heisst: zwei Artikel fuer eine Person. Gepriesen sei derjenige, der vielen Leuten Geschenke schickt. Es ist besser, viele Geschenke an Arme zu schicken als ein grossen Festmahl zu feiern oder viele Geschenke an Freunde zu schicken. Denn es gibt keine groessere Freude fuer Gott als wenn er sieht, wie wir Glueck in die Herzen der Armen, Waisen und Witwen bringen.
2.) Unter "zwei Artikel Esswaren" versteht man Lebensmittel, die ohne Vorbereitung, so wie sie sind, gegessen werden koennen: Gekochtes oder gebackenes Fleisch oder Fisch, Suessigkeiten, Obst oder Getraenke.
3.) Jedermann, auch ein Armer, der von der Wohlfahrt lebt, muss mindestens zwei Geschenke an zwei Arme geben. Denn es heisst: "... zwei Gaben an zwei Arme."
4.) Es ist eine religioese Pflicht, zu Purim zu essen, zu trinken und froehlich zu sein. Dies gilt auch fuer den Vorabend, wo man auch etwas reichhaltiger essen soll. Aber man erfuellt die religioeses Vorschrift nicht mit dem Abendessen, denn das Purimfestmahl muss am Tag gegessen werden, denn es heisst: "Tage des Festmahls". Kerzen werden angezuendet, um die Festlichkeit zu betonen. Am Vorabend des 15. Adar, des Schuschan Purim, sollte man froehlicher als sonst sein. Die Esswaren und Gaben an Freunde und Arme sollen auch tagsueber geschickt werden. Da einen dies waehrend des Tages beschaeftigt, wird ein Teil des Mahles nach Einbruch der Dunkelheit gegessen.
5.) Da Wein beim Wunder der Purimgeschichte eine grosse Rolle spielt - Washti rebellierte waehrend eines Gastmahles, und ihr Platz wurde von Esther eingenommen. Auch der Fall Hamans kam waehrend eines Festes. - erklaerten es unsere Weisen zur Pflicht, zu Purim Wein zu trinken: "Zu Purim soll man so lange trinken, bis man den Unterschied zwischen 'verflucht sei Haman' und 'gesegnet sei Mordechai' nicht mehr weiss."
[Zurueck] [Weiter]
[Feste und Feiertage] [Deutsche Seiten] [Paedagogisches Zentrum]
The
Pedagogic Center
Direktor: Dr. Motti Friedman
Web Site Manager:
Esther Carciente, esthers@jajz-ed.org.il
Deutsche Seiten: Dr. Chani Hinker
Updated: 07/02/01