Purim

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den juedischen Kalender



Esther

  • Der urspruengliche Name "Esthers" war "Hadassa" Hadassa: "wayehi 'omen et-hadassa hi ester bat-dodo" (Er war der Vormund Hadassas, das ist Esther, der Tochter seines Oheims [Esther 2,7]).
  • Dieser Name ist heute gebraeuchlich, erscheint aber nur einmal in der Bibel.
  • Der Name ist die weibliche Form des Wortes "hadas" (Myrthe).
  • Das Wort kommt manchmal in der Bibel vor: die Myrthenpflanze, die zu Sukkot benutzt wird: "tsu hahar wehavi'u 'ale-zayit wa'ale-'ets shemen wa'ale hadas wa'ale temarim wa'ale ets 'avot la'asot sukka kakatuv" (Geht hinaus in die Berge, pflueckt Olivenzweige und Zweige der wilden Olive und Myrthen und Palmzweige und Zweige von dicken Baeumen, um Huetten zu bauen, wie es heisst ...)
  • Das Wort ist auch im Arabischen des Jemen bekannt "hadas", wo es die gleiche Bedeutung wie im Hebraeischen hat.
  • Es ist sehr interessant, dass dieses Wort ausser im Hebraeischen und im Arabischen des Jemen (im Sueden der Arabischen Halbinsel) in keiner anderen semitischen Sprache existiert.
  • Die Bibel kennt das Wort or nur in der Megillat Esther als Personennamen.

  • Der Name "Esther" war als jener der Fruchtbarkeitsgoettin in der gesamten antiken Welt des "Fruchtbaren Halbmondes" (Babylonien, Akkadien, Mesopotamien, Assyrien, Syrien, Phoenizien und Eretz Israel) bekannt.
  • Ihre Darstellung, nackt auf einem Loewen stehend, erschien um 1300 v.d.Z. in der aegyptischen Kultur, aber der Name wurde in Qodshu (urspruenglich semitisch) geaendert.
  • Der Name "Ishtar" findet such als "Ashtarte" unter den oestlichen semitischen Voelkern von Babylon, Akkadien, Mesopotamien und Assyrien und als "Athtarat" unter den westlichen Semiten von Syrien, Phoenizien und Kanaan.
  • Der Name war im Hebraeischen bis zur Zeit der unbekannt.
  • Die ganze Geschichte der fand in Persien statt, einem von der oestlichen semitischen Kultur beeinflussten Land.

  • Die mesopotamischen Goetter waren durch verschiedene Ebenen unterschieden: Anu, der Herr des Himmels, Enlil, der Herr der Luft und Enki (spaeter Ea), der Herr der Erde. In der darunterliegenden Ebene finden wir drei Gottheiten, die mit den Sternen verbunden sind: Schamasch, die Sonne; vergleiche das Hebraeische "schemesch" (Sonne); Sin der Mond; und Ishtar, Tochter von Sin, der Planet Venus.
  • Anus Frau war Amtu, sie wurde spaeter von Anus Lieblingsgoettin Ishtar ersetzt, die von einer Sternengoettin zur Frau des Himmelsgottes erhoben wurde.
  • Gemaess der sumerisch-babylonischen Religion hatten alle Gottheiten menschliche Eigenschaften, sie liebten, hassten, kaempften sogar gegeneinander in Kriegen und hatten auch, wie der folgende Vers schildert, menschliche Gestalt:

        Ishtar ist eingehuellt in Glueck und Liebe,
        Voller Kraft und Leidenschaft,
        Ihre Lippen sind suess und ihr Mund ist lieblich,
        Ihr Gesicht voller Freude,
        Sie strahlt, ein Schleier umhuellt ihren Kopf,
        Schoen ist ihr Koerper, strahlend ihre Augen.

  • In einem Kapitel der sumerisch-babylonischen Weltschoepfungslegende "Enuma Elish" wird erzaehlt, wie Ishtar die Unterwelt besuchte, aus der es keine Rueckkehr gibt. Sie kuendigt ihre Ankunft der Goettin Ershigal an. Ishtar musste sieben Tore durchschreiten, an jedem Tor hatte sie ein Stueck ihres Gewandes zurueckzulassen, bis sie schliesslich nackt vor der Goettin Ershigal stand. Die beiden Goettinnen blickten einander mit hasserfuellten Augen an, und Ishtar griff Ershigal an. Ershigal rief ihren Minister Namtar, um Ishtar in ihrem Palast gefangen zu halten und sie die sechzig Krankheiten erleiden zu lassen.
        Die Krankheit der Augen,
        die Krankheit der Huefte,
        die Krankheit der Fuesse,
        die Krankheit des Kopfes,
        die Krankheit des ganzen Koerpers.

    Als Ishtar in der Unterwelt weilte, verschwand die Fruchtbarkeit von der Erde. Alle anderen Goetter waren besorgt, die ganze Schoepfung koennte zerstoert werden. So zwangen sie Ershigal, Ishtar freizulassen. Ishtar wurde mit dem Wasser des Lebens benetzt und kehrte durch die sieben Tore in die Oberwelt zurueck. An jedem Tor erhielt sie ihr Kleidungsstueck zurueck.

Abbildung der nackten Fruchtbarkeitsgoettin auf dem Loewen.