Purim

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den juedischen Kalender



Megillat Esther

  • Die Geschichte, die in der erzaehlt wird, ist voller Wunder. Viele Fragen ueber ihren historischen Hintergrund bleiben offen.
    • Andre Quellen berichten nichts ueber Judenhass in der Zeit von Xerxes oder Artaxerxes.
    • Nichts wird ueber einen ein- oder zweitaegigen Pogrom berichtet, der in Persien gegen die Juden geplant wurde.
    • Ist es vernuenftig, anzunehmen, dass es ein persischer Koenig erlauben wuerde, ueber die juedische Minderheit herzufallen, achthundert Mann in seiner Hauptstadt zu toeten und 75.000 in anderen Staedten des Reiches?
    • Gemaess dem griechischen Historiker Herodot, war die Frau des Xerxes die Tochter eines Ministers und hiess Amestris, und nicht "Washti" oder "Esther" (Hist.7:114). Wenn wir den Namen Amestris mit hebraeischen Buchstaben schreiben, koennen wir vielleicht eine Aehnlichkeit feststellen , obwohl der genaue Name in Persien unbekannt ist.

  • Andererseits war der Autor der wohlvertraut mit den Braeuchen der persischen Kultur und der Praxis des persischen Hofes:
    • Die Weigerung auf dem Fest des Achaschwerosch zu erscheinen - eine persische Frau zog sich zurueck, wenn das Gelage begann.
    • Die sieben adeligen Familien - gemaess Herodot konnte der persische Koenig seine Frau nur unter den Toechtern dieser Familien waehlen. (Hist. 3:48)
    • Die Unwiderrufbarkeit von einmal besiegelten Befehlen:
      "ki-khtav asher-nikhtav beshem-hammelekh wenuhtom betaba'at hammelekh eyn lehashiv" (Denn ein Schreiben, das mit dem Namen des Koenigs verfasst und mit dem koeniglichen Siegelring besiegelt ist, kann nicht zurueckgenommen werden.[Esther 8,8]); Vergleiche mit dem aramaeischen Text des Buches Daniel:
      "wetirshum ketava di la lehashnaya kedat-maday ufaras di-la te'edde" (und unterzeichne die schriftliche Ausfertigung, dass es unabaenderlich sei, wie ja ein Gesetz der Perser und Meder nicht augehoben werden kann. [Daniel 6,9])
    • Das Verhalten von "taqiyya" (Furcht) oder "kitmaan" (verstecken), ist in spaeteren Perioden des schiitischen Islam, vor allem in Persien allgemein. Siehe auch die Erklaerungen auf der Seite ueber "Esther". Die beschreibt dies als Usus im gesamten persischen Reich:
      werabbim me'ammey ha'arets mityahadim ki-nafal pahad-hayyehudim 'aleyhem (Viele aus den Voelkern der Laender bekehrten sich zum Judentum. Denn der Schrecken vor den Juden war ueber sie gekommen. [Esther. 8,17])

  • Einige Worte seien dem Ursprung der Geschichte in der , ihrer Kanonisation und Stellung innerhalb der Bibel gewidmet.
  • Trotz des Argumentes vieler Bibelwissenschaftler vergangener Jahrhunderte, die Geschichte der sei niemals passiert, und den Versuchen, die Geheimnisse der Erzaehlung mit Theorien (alles sei erfunden oder die Geschichte sei zur Zeit der Makkabaeer aufgeschrieben worden, um ihre Revolte gegen Antiochus Epiphanes zu illustrieren) zu loesen, sind wir der Meinung, dass die von einem persischen Juden in Schuschan, der Hauptstadt zur Zeit Xerxes I, oder kurz nach seiner Ankunft in Eretz Israel geschrieben wurde. Einige der inhaltlichen Elemente beruhen ausserdem auf historischen Ereignissen:
    • Dem Verfasser waren viele Einzelheiten ueber das Leben am persischen Hof bekannt.
    • Er berichtet sogar intime Details ueber den Harem.
    • Auf einer Lehmtafel gibt es einen Hinweis, der den Namen mit dem persischen Hof verbindet. Und vielleicht bezieht sich der von Herodot erwaehnte Name auf .
    • Der Autor wusste viel ueber persische Kultur.
    • Die ist in hebraeischer Sprache geschrieben und nicht in Aramaeischer, wie spaetere Schriften aus diesem Gebiet.

  • Kanonisierung bedeutet, die Aufnahme eines Buches in den Kanon - in die Bibel.
  • Sofort sind wir mit folgenden Fragen konfrontiert:
    • Wann wurde die kanonisiert?
    • Wer kanonisierte die ?
    • Warum wurde die kanonisiert?
    • Welche Gruende gab es fuer die Aufnahme der in den biblischen Kanon?

  • Die Bibel gibt keinen Hinweis auf die Kanonisierung der oder der Geschichte, ausser dass in der selbst und in der Erwaehnung des Namens , "der aus der Gefangenschaft ging" in den Buechern Esra und Nehemia, die jedoch relativ spaet entstanden.
  • Die Apokryphen
    • Es gibt keinen Hinweis, dass die Geschichte der den Verfassern des Makkabaeerbuches bekannt war. Purim wird als "Mordechaitag" (Makk. II 15-36) erwaehnt.
    • Ben Sira wurde von allen Buechern der Heiligen Schrift beeinflusst und benutzte sie ausser Ruth, HohesLied, Esther und Daniel.
  • Hinweise Philo von Alexandriens (30 - 50)
    • Philo zitiert niemals aus Ezechiel, Daniel, HohesLied, Ruth, Klagelieder, Prediger oder Esther. Dies beweist jedoch noch nichts, denn in seinen Werk finden sich fast 2000 Zitate aus der Tora und nur 50 aus den anderen biblischen Buechern. Es bedeutet nur, dass seine Exegese mehr oder weniger auf den Pentateuch beschraenkt war.
  • Qumran Rollen
    • Die gesamte hebraeische Bibel ist in Qumran praesent, ausser der . Dies mag jedoch Zufall sein, denn in Qurman wurden nur ein Exemplar von Esra, Nehemia und Chroniken gefunden.
    • Ein kleines Fragment, das nur den Namen eines Gebetes des "Mordechai" enthaelt, koennte bedeuten, dass Purim von dieser Sekte gefeiert wurde.
  • Wir beziehen uns nicht auf die Septuaginta, denn ihre Kompilation, Endredaktion und Kanonisation wurde im dritten Jahrhundert begonnen und im fuenften durch die christlichen Kirchenvaeter abgeschlossen. Ausserdem hat die Septuaginte viele Zusaetze aus spaeterer Zeit.
  • Mehr finden wir im Talmud und in der Mischna:

    • Die "Maenner der Grossen Versammlung* schrieben die Buecher Ezechiel, der Zwoelf kleinen Propheten, Daniel und Esther (Baba Batra 15a). Dieses Zitat stammt von Rabbi Jochanaan (250 -290).
* Die Grosse Versammlung bestand aus 120 Weisen, die einander seit den Zeiten Esras und Nehemias trafen. Sie waren bis zu den Makkabaeern die religioese und politische Autoritaet. Wir wissen nicht viel ueber ihre Mitglieder, aber chronologisch gesehen, haette ihr Mordechai, als Weiser und wichtiger Mann, angehoeren koennen. Er sprach siebzig Sprachen, kam aus dem Exil nach Jerusalem und wurde sofort zum Tempelfunktionaer ernannt.

    • (Jerusalemer Talmud Meg. 70d) Rabbi Jochanaan sagte: Die Propheten und Hagiographen werden in Zukunft fuer ungueltig erklaert werden. Warum? Denn es heisst: Mit gewaltiger Stimme und es wird nicht aufhoeren. R. Simeon Ben Lakisch (250 - 290) sagte: Nicht einmal das Estherbuch und das Muendliche Gesetz werden in Zukunft annulliert werden, denn es heisst: Mit gewaltiger Stimme und es wird nicht aufhoeren. Woanders heisst es: und ihr Andenken von ihren Nachkommen nicht weichen. * (Esther. 9,28).

    • Rabba (gest. 352) sagte: Es ist mir klar, dass in der Wahl zwischen dem Tempeldienst und dem Vorlesen der Megillah, das Vorlesen der Megillah Vorrang hat. Dies gruendet auf Rabbi Yossi Bar Hanania (250 - 290). In der Wahl zwischen dem Lernen der Tora oder der Vorlesung der Megillah, hat die Megillah Vorrang *.
* Es ist offensichtlich, dass Rabbi Simeon Ben Lakisch und Rabbi Yossi Ben Hanania versuchten, die Kanonisierung des Estherbuches in der Diskussion unter den Weisen zu betonen, denn einige der Rabbiner hatten die Megillat Esther nur als halbkanonisch betrachtet.
  • Im Talmud wird auch eine Diskussion ueber den Status der als ein von Gott inspiriertes Buch gefuehrt. (Verunreinigen der Haende) Sie wurde jedoch als Teil des hebraeischen Kanons akzeptiert, denn es wird niemals erwaehnt, sie solle zurueckgezogen werden.

    • (Meg. 7a) Rabbi Judah (250 - 290) sagte im Namen Samuels (gest. 254): Die Estherrolle verunreinigt die Haende nicht *. Koennen wir daraus schliessen, Samuel sei der Meinung gewesen, das Buch sei nicht unter goettlicher Inspiration verfasst worden? Wie kann das sein, da Samuel doch das Gegenteil sagte? Es wurde verfasst, um vorgelesen und nicht um geschrieben zu werden.
* Fuer die unerfahrenen Talmudleser mag es ueberraschend sein: Wie kann ein Buch, geschrieben mit goettlicher Inspiration, die Haende derer, die es beruehren, verunreinigen, waehrend andere Buecher, die nicht von Gott eingegeben wurden, die Haende nicht verschmutzen?
Die Rabbinen formulierten es auf diese Weise, um die Leute davon abzuhalten, die Heiligen Schriften zu beruehren, da sie so heilig sind. Die Heiligen Schriften sollen nicht unsachgemaess behandelt werden. Mit anderen Worten: Nicht beruehren!
    • Der Grund fuer diese Diskussion ist, dass in der ganzen der Name Gottes nicht einmal erwaehnt wird. Es ist eine sekulaere Geschichte. Die wunderbare Erloesung wird durch menschliche Mittel erreicht, nicht Gott uebt Rache, sondern die Juden selbst.
  • Zu den Buechern, deren Zuruecknahme von den Weisen diskutiert wurde, gehoeren: Ezechiel (shab. 13b; Hag. 13a; Awot von Rabbi Nathan 1:4), Prediger, (Shab. 30b), Sprueche (Shab. 30b; Awot von Rabbi Nathan 1:4 ), HohesLied (Awot von Rabbi Nathan 1:4).


Einfuehrung
Purim
Esther
Mordechai
Achaschwerosch
Washti
Haman
Schlussbetrachtungen




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Updated: 25/02/01

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