Pesach

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender



P E S A C H

Aus der Knechtschaft des Exils in die Freiheit

Inhalt



Aus der Knechtschaft des Exils in die Freiheit

In der jüdischen Tradition und Geschichte ist Pesach eines der Feste mit vielen Bedeutungen. Es erinnert an die Knechtschaft in Ägypten und den Exodus; es markiert die Geburtsstunde des jüdischen Volkes; es zeigt die Grossartigkeit der jüdischen Familie, in deren Mitte es gefeiert wird; es ist das Frühlingsfest, in dem die blühende Natur die Erneuerung und das Erwachen eines Volkes symbolisiert. Vor allem aber ist es das Fest der Freiheit, der Freiheit jedes einzelnen Juden und der Freiheit des ganzen jüdischen Volkes.

So muss sich jeder einzelne von uns immer wieder fragen, ob wir in unserem Leben dieser Freiheit genüge tun, dieser Freiheit und dem Exodus aus der Knechtschaft in das Heil. Sind wir wirklich frei? Kann ein Jude völlig frei sein, wenn er immer noch in einem fremden Land lebt? Bedeutet Freiheit nicht, dass ein Mensch die Möglichkeit hat, in seinem eigenen Land zu leben und zu arbeiten, im Kontext seiner Sprache, seiner Kultur, Tradition und Bräuche, die er von seinen Vorvätern geerbt hat? Ist dies nicht die Basis wahrer und vollständiger Freiheit?

Mögen wir uns, wenn wir in der Sedernacht mit unseren Kindern sitzen, daran erinnern, dass es nur in Eretz Israel und im Staat Israel möglich ist, die Knechtschaft des Exils zu verlassen. Nur hier können wir jene innere und äussere Freiheit erlangen, gemeinsam mit dem Rest unseres Volkes, das von allen Ecken und Enden der Welt im Gelobten Land gesammelt wurde, so wie unsere Vorfahren, nachdem sie Ägypten verlassen hatten.

Aus den Quellen

Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Gleich am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern entfernen; denn jeder, der vom ersten bis zum siebten Tag Gesäuertes isst, soll aus Israel ausgerottet werden.

Ferner soll bei euch am ersten Tag eine heilige Festversammlung sein; ebenso sollt ihr am siebten Tag eine heilige Festversammlung abhalten. Ihr dürft an ihnen keine Arbeit verrichten. Nur was jeder zur Nahrung braucht, dies allein darf für euch zur Nahrung zubereitet werden.

Beobachtet das Fest der ungesäuerten Brote. Denn an eben diesem Tage habe ich eure Heerscharen aus Ägypten herausgefuehrt. Beobachtet also diesen Tag von Geschlecht zu Geschlecht als immerwährende Satzung.

Am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages des Monats. (Exodus 12, 15-18)

Moses sagte nun zum Volke: Gedenkt dieses Tages, an dem ihr aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft weggezogen seid! Denn mit starker Hand hat euch der Ewige von dort herausgeführt. Darum darf nichts Gesäuertes gegessen werden. Heute, im Monat Aviv, seid ihr ausgezogen. Wenn dich dann der Ewige in das Land der Kanaaniter und Hethiter, der Amoriter, Hiwwiter und Jebusiter führt, das dir zu geben er deinen Vätern zugeschworen hat, ein Land, das von Milch und Honig fliesst, sollst du diesen Brauch in diesem Monat üben: Sieben Tage lang sollst du Ungesäuertes essen. Am siebten Tag soll eine Festversammlung zu Ehren des Ewigen stattfinden. (Exodus 13, 3-6)

Am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend ist das Pesach zu Ehren des Ewigen. Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote zu Ehren des Ewigen; sieben Tage müsst ihr ungesäuertes Brot essen. Am ersten Tag sollt ihr eine heilige Festversammlung halten; ihr dürft keinerlei Werktagsarbeit tun. Sieben Tage sollt ihr dem Ewigen ein Feueropfer darbringen, am siebten Tag ist ebenfalls eine heilige Festversammlung; an ihm dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit tun. (Leviticus 23, 5-8)

Rabbi Eliezer ha-Kappar sagte: Wegen vier Dingen wurden die Israeliten aus Ägypten herausgeführt: sie änderten nicht ihren Namen, sie änderten nicht ihre Sprache, sie enthüllten nicht ihre Geheimnisse und sie hielten an der Beschneidung fest. (Midrasch Sohar Tow,114)

Rabbi Ischmael verglich den Auszug aus Ägypten mit einer Taube, die vor einem Raubvogel flüchtete und sich in einer Felsspalte verstecken wollte. Es stellte sich jedoch heraus, dass dort eine Schlange nistete. Wenn die Taube die Felsspalte betritt, wird sie sicher von der Schlange gebissen, wenn sie draussen bleibt, wird sie die Beute des Raubvogels. Wie löste die Taube dieses Dilemma? Sie begann zu lärmen und mit den Flügeln zu schlagen, bis der Eigentümer der Taube zu ihrer Rettung kam. Genau so handelten die Israeliten in ihrem Dilemma. Sie konnten nicht vorwärts gehen, durch das Meer, da es noch nicht geteilt war, und sie konnten nicht zurück, denn der Pharao naeherte sich schnell. Was taten sie? (Exodus 14,10): Da erschraken die Israeliten sehr und schrien laut zum Ewigen. Und sofort (Exodus 14,30) rettete der Ewige an jenem Tag die Israeliten aus der Gewalt der Ägypter. (Schir haschirim Rabbah, 2)

Zu dieser Zeit wollten die Dienstengel vor dem Ewigen, gesegnet sei Er, ein Lied singen. Der Ewige sagte zu ihnen: Meine Geschöpfe ertrinken im Meer und ihr wollt vor mir singen?! (Midrasch Awkir; Megillah 10)

In jeder Generation muss sich der Mensch so ansehen, als ob er persönlich aus Ägypten herausgekommen wäre. Es gibt Leute, die schwierige Fragen stellen: Was brachte uns der Auszug aus Ägypten, wenn wir danach in anderen Königreichen unterdrückt wurden? Was ist der Unterschied zwischen Ägypten und anderen Königreichen? Ich aber sage: als Israel aus Ägypten herauskam, empfing es die Essenz des Guten, bis es selbst wert sein wuerde, aus eigenem Verdienst frei zu sein. Das ist das Verdienst Israels für die ganze Welt, dass es wert ist, aus eigenem frei zu sein. (Der Maharal von Prag)

Pesach - Wortverbindungen

Pesach Rishon (Erstes Pesach) (Pesachim 9,3)

Pesach, das am 14. Nissan gefeiert wird. Auch Pesach Gadol (Grosses Pesach). (Piskha Rabba).

Pesach Scheini(Zweites Pesach) (Pesachim 9,3)

Pesach, das am 14. Ijar (also einen Monat später) von Menschen gefeiert wurde, die zur Pesachzeit rituell unrein oder zu weit vom Tempel entfernt waren und deshalb dieses Fest nicht zur richtigen Zeit feiern konnten. Es wird auch Pesach Katan (Kleines Pesach) genannt. (Hallah 4,11 oder Piskha Zeira).

Pesach Mitzraim (Pesachim 9,5)

Ägyptisches Pesach. Das erste Pesachfest, das die Kinder Israels feierten, als sie Ägypten verliessen.

Pesach Dorot (Pesachim 9,5)

Das Pesachfest, das jedes Jahr, von der Generation gefeiert wird.

Pesach Meuchin (Pesachim 64,2)

"Pesach für die Gedrückten und Gedrängten": Name für ein Pesachfest zur Zeit des Zweiten Tempels. Eine so grosse Menschenmenge drängte sich am Tempelberg, dass ein alter Mann zertreten wurde.

Vorschriften und Bräuche

Es ist üblich, dreissig Tage vor dem Pesachfest mit dem Studium der Vorschriften zu beginnen. (Ramah, "Hilkhot Pesach")

Es ist Brauch in Israel, zu garantieren, dass es den Armen zu Pesach an nichts mangelt. Vor allem wird für Weizen und Mehl gesorgt, um die Matzot backen zu können. Dies wird "Matza Fonds" (Kimcha de-Pis'cha) genannt. ("Ozar Dinim u-Minhagim")

Es ist üblich, der Gemeinde eine Steuer für den Getreidekauf vorzuschreiben. Der Erlös kommt zu Pesach den Armen des Ortes zugute. ("Or Zarua">)

In der Vorbereitung von Pesach wird alles Chametz aus dem Haus entfernt. Am Abend vor Pesach (am Vorabend des 14. Nissan) wird das Haus durchsucht, um sicher zu sein, dass kein Chametz übrig blieb. Es ist Tradition, zehn Stückcken Brot im Haus zu verstecken. Der Hausherr sammelt dieses Brot in einem kleinen Säckchen und fegt die Krümel mit einer Feder zusammen. Die Chametzsuche wird im Licht einer einzelnen Kerze durchgeführt. Man achtet vor allem auf Ritzen und Plätze, an denen Chametz üblicherweise zu finden ist. Nach der Suche rezitiert der Hausherr folgende Nichtigkeitserklärung:

"Aller Sauerteig und alles Chametz, das in meinem Besitz ist, welches ich nicht gesehen und nicht vernichtet habe, soll nichtig und besitzerlos sein wie der Staub der Erde."

Am folgenden Tag werden die Krümel gemeinsam mit der Feder und dem Säckchen verbrannt. ("Hilkhot Pesach")

Vor Pesach werden alle Chametzutensilien weggeräumt. Alle anderen werden gekaschert. Wie geht das? Kochgeschirr wird über Feuer mit kochendem Wasser gekaschert, Essgeräte und Geschirr, die für kalte Speisen benutzt werden, müssen in kaltes Wasser eingelegt werden. ("Orah Hajim")

Chametz, das man nicht entfernen kann, muss man einem Nichtjuden verkaufen. Nach Pesach kann es wieder erworben werden. Alle Gemeindemitglieder verkaufen ihr Chametz dem Rabbiner, der es am Tag vor Pesach an die Nichtjuden verkauft. ("Ozar Minhagim")

In den dreissig Tagen vor Pesach werden die Matzot gebacken. Jene, die besonders vorsichtig sein wollen, backen alle Matzot am Tag vor Pesach. Jeder bäckt seine eigenen Matzot oder nimmt an der Herstellung der Matzot teil, da alle Juden diese Mitzwa immer geschätzt haben. Es ist üblich, folgenden Segensspruch zu sagen, wenn Matzot für Nachbarn oder Verwandte gebacken werden:

" So sollst du nächstes Jahr tun, um koschere Matzot zu backen." ("Sefer Matamim")

Zitate und linguistische Quellen

Pesach

Die Bedeutung des Zeitwortes "pasach" (er ging vorüber) ist ähnlich der des bekannteren Verbums "pas'a", das "gehen", "schreiten" heisst. Trotzdem gibt es zwischen diesen beiden Zeitwörtern einen interessanten Unterschied: jeder Schritt ist tatsächlich eine Passage von der Position des einen Beines zu dem Platz, an dem das andere Bein ankommt. Das Verbum kann die Strecke von einem Ort zum anderen betonen. Es kann aber auch die Idee ausdrücken, dass eine Strecke nun zurückbleibt, da der Mensch vorwärts schritt.

Das Zeitwort "pas'a" betont vor allem die Strecke. Zum Beispiel:

"Dort waren zwölf Stufen und Moses bewältigte sie auf einmal" (Traktat Sotah, 13)

oder
"Damit sie keinen grossen Schritt zum Altar machen müssen" (Schemot Rabbah 30)

Andererseits bezieht sich das Wort "pasach" hauptsächlich auf den Platz, der zurückbleibt, er wurde übersprungen oder übergangen. In dieser Bedeutung kommt "pasach' auch in der Bibel, im Buch Exodus im bezug auf Pesach, vor:

"Das Blut an den Häusern, in denen ihr weilt, soll ein Schutzzeichen für euch sein. Wenn ich das Blut sehe, dann will ich euch übergehen. Es soll euch kein vernichtender Schlag treffen, wenn ich das Land Ägypten schlage." (Exodus, 12,13)

oder
"Wenn der Ewige vorübergeht, um Ägypten zu schlagen, und das Blut an der Oberschwelle und an den Türpfosten sieht, wird Er die Tür übergehen, und den Verderber nicht in eure Häuser eintreten lassen, um den Schlag auszuführen." (Exodus 12,23)

Dies wird durch die exklusive Benutzung der Praeposition "al" - "über" - "pasach al" - "er schritt darüber hinweg" hervorgehoben. Das Verb "pas'a" kann mit ohne ohne "al" verwendet werden. Zum Beispiel: "pas'a be'derech" - "die Strasse entlang gehen."

Das Hauptwort "Pesach" wird vom Zeitwort "pasach" abgeleitet. Es bedeutet "Erlösung" oder "Rettung", die durch das "Hinwegschreiten" verursacht wurde. Denn die Bibel erzählt uns, dass Gott über die Häuser der Israeliten hinwegschritt und sie verschonte, als er die Erstgeborenen der Ägypter schlug.

Das zweite Hauptwort, das von diesem Verbum stammt ist "poseach" - ein "Lahmer", jemand, dessen Beine nicht richtig funktionieren und der deshalb nicht richtig gehen kann, sondern hinkt. Dieses Wort drückt aus, dass ein Hinkender manchmal hüpft oder "überspringt".

"Pasach al schtei ha-seifim" - "zwischen zwei Meinungen schwanken"

Dieser Ausdruck, der auf dem Wort "pasach" basiert, wird benutzt, um jemanden zu bezeichnen, der zögert oder uentenschlossen ist, der nicht wählen oder sich entscheiden möchte. So hüpft ein Vogel zwischen zwei Ästen hin und her. ("Sa'ef" heisst "Ast")
Die Quelle dieser Phrase ist die Bibel: I Könige, 18,21 erzählt von dem Treffen zwischen dem Propheten Elija und den Baalspriestern. Elijah sagt dem Volk, dass es sich klar entscheiden muss:

"Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? ("Ad matai atem poschim al schtei seifim") Ist der Ewige der Gott, so folget ihm nach; ist es aber Baal, so folget ihm nach! Das Volk aber erwiderte ihm kein Wort."

Afikoman

Das Wort Afikoman bezieht sich auf den Teil der mittleren Matza, der während des Sedermahles versteckt und zum Schluss gegessen wird. Afikoman stammt aus dem Griechischen und bedeutet ein Fest, das nach einem Mahl stattfand. Wein wurde getrunken, Süssigkeiten gegessen und Lieder gesungen.

In der Antike war es üblich nach dem Essen von einer Gruppe zur anderen zu gehen und das Trinken und die Festesfreude fortzusetzen.

Dies ist die Vorschrift der Halacha im Traktat Pesachim:

"Nach dem Pesachlamm darf kein Nachtisch hinzugefügt werden."

Mit anderen Worten: nach dem Sedermahl findet keine "Nachfeier" statt.

Das Motiv der Vier in der Pesach Haggada und im Fest

Die Zahl Vier kommt in der Pesach Haggada und in den Schriften unserer Weisen über Pesach und seinen Traditionen in verschiedenen Zusammenhängen vor. Die Zahl ist eine Art Mittelpunkt, um den sich Themen, Ideen, Sprüche und Kommentare zu Versen drehen.

  • Arba Kosot - die vier Becher Wein

    Das Trinken von vier Bechern Wein beim Seder wird aus verschiedenen Quellen der Bibel abgeleitet:
    Die erste sind die vier Wiederholungen in Genesis 40, 11-13:

    "Ich hatte den Becher des Pharao in meiner Hand und nahm die Beeren; ich presste sie in den Becher des Pharao und reichte dem Pharao den Becher. Das sprach Josef zu ihm: Dies ist die Deutung: Die drei Ranken bedeuten drei Tage. Nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in dein Amt einsetzen. Du wirst dem Pharao seinen Becher reichen so wie frueher, als du sein Mundschenk warst."

    Die Knechtschaft in Ägypten begann mit dem Verkauf Josefs. Dies ist eine Parallele zum Sklavendasein der Kinder Israels unter den Pharaonen. Ebenso kann seine Befreiung aus dem Gefängnis mit der Erlösung aus der ägyptischen Fron verglichen werden.
    Da das Wort "Becher" vier Mal erwähnt wird, schrieben unsere Weisen vor, zum Sedermahl vier Becher Wein zu trinken. Wein symbolisiert die Erlösung von Sorgen, wie es im Psalm 116,13 heisst:
    "Ich will ergreifen den Kelch des Heiles"

    Die zweite Quelle findet sich im Buch Exodus, Kapitel sechs, Vers sechs bis sieben, wo die vier Ausdrücke geschrieben sind, die die Erlösung Israels betreffen:
    "Ich werde euch von dem Erliegen unter Ägyptens Lasten hinausfuehren (w'hozeti) und werde euch von ihrer Knechtschaft retten (w'hizalti) und werde euch mit gestrecktem Arme und mit grossen Strafgerichten erlösen (w'ga'alti) und werde euch mir zum Volke nehmen (w'lakachti)."

    Für jeden Ausdruck wird ein Becher getrunken.
    In der Gemara gibt es eine bekannte Diskussion darüber, ob auch ein fünfter Becher getrunken werden soll. Denn der nächste Vers fährt fort:
    "Und ich werde euch dann in das Land bringen (w'heweti), das ich Abraham, Isaak und Jakob versprochen habe."

    Einige Weise, wie Rabbi Tarfon, pflegten einen fünften Becher bei der Rezitation des Hallel in Eretz Israel, Babylonien und Europa zu trinken. Heute füllen wir einen fünften Becher, den Becher des Elias, dem Vorboten des Messias, dessen Kommen das Einsammeln der Zerstreuten und die Wiedereinsetzung der jüdischen Souveränität über Israel symbolisiert.
    Gemäss einer Version wurde das Trinken der vier Becher zur Zeit des Zweiten Tempels eingeführt, um Israels Erlösung von den vier es unterdrückenden Reichen Ägypten, Babylonien, Griechenland und Rom zu bezeichnen.
    Die vier Becher sind auch wie die vier Jahreszeiten. Nissan, nach der Bibel der erste Monat, ist der passende Monat, um einen Becher Wein zu Ehren jeder Jahreszeit zu trinken. Abarbanel sagt, der erste Becher wird zum Kiddusch getrunken, der zweite am Schluss des Hauptteiles der Haggada, der mit dem Segensspruch über die Erlösung endet, der dritte nach dem Tischgebet und der vierte am Schluss der Hymne "Nischmat". ("Birkat ha-Schir")

  • Die vier Fragen

    Die vier Fragen wurden ursprünglich deshalb in die Haggada eingearbeitet, um die Zahl Vier zu betonen.
    In der Mischna kommen vier Fragen vor, die sich aber teilweisen von unseren unterscheiden: Matza, Maror, Pesachlamm und "Eintunken" (Traktat Pesachim, Babylonischer Talmud).
    Andererseits erwähnt derselbe Traktat im Jerusalemer Talmud nur drei Fragen, die anders geordnet sind: "Eintunken", Matza, Pesachlamm. Die Frage über das Essen des Maror taucht überhaupt nicht auf.
    Maimonides spricht von fünf Fragen: "Eintunken", Matza, Pesachlamm, Maror und Zurücklehnen.

  • Die vier Söhne

    Eine Anspielung auf die vier Söhne finden wir bereits in der Tora:

    "Und wenn dich dein Sohn künftig fragt: Was bedeutet dies." (Exodus 13,14)

    Die vier Söhne der Haggada repräsentieren die vier wichtigsten Persönlichkeitstypen: den Weisen, den Bösen, den Einfachen und denjenigen, der nicht zu fragen versteht. Der Weise beschäftigt sich mit den Pesachvorschriften, um sie zu lernen; der Böse entfernt sich aus der Gemeinde Israels und verwirft die Pesachgesetze; der Einfache möchte ganz allgemein wissen, was an Pesach so Besonders ist. Und es ist unsere Pflicht, demjenigen, der nicht zu fragen versteht, alles zu erklären.

  • Die Zahl Vier - Stilistische Wiederholung

    An verschiedenen Stellen der Haggada finden wir vier aufeinanderfolgende Sätze, die sich alle auf diesselbe Idee beziehen:

  • In der Passage, die mit den Worten "Awadim hajinu" - "Sklaven waren wir" beginnt: Und wären wir auch alle weise, alle Männer des Wissens, alle alte Männer und Kenner der Tora ...

  • An der Stelle, die mit "Wajotzienu Ha-Schem mi-Mitzraim" - "Und der Ewige führte uns aus Ägypten hinaus" beginnt: Ich selbst, und nicht ein Engel, Ich selbst und nicht ein Seraph, Ich selbst und nicht ein Bote. Ich bin der Ewige.

  • Die vier Mütter

    Im bekannten Lied "Echad mi jodea" - "Eins, wer weiss es" kommt die Kombination "arba imahot" - "vier Mütter" vor.

  • Die vier Namen für Pesach

    Das Pesachfest hat viele Namen, aber diese vier sind die bekanntesten:
    Chag ha-Pesach, Chag ha-Matzot (das Fest der ungesaeuerten Brote), Chag ha-Cherut (das Fest der Freiheit) und Chag ha-Aviv (Frühlingsfest)

  • Eine Aggadah über die Zahl Vier
    "Wegen vier Dingen wurden die Israeliten aus Ägypten herausgeführt: sie änderten nicht ihren Namen, sie änderten nicht ihre Sprache, sie enthüllten nicht ihre Geheimnisse und sie hielten an der Beschneidung fest."

    Diese Aggadah betont, dass Israel mehr als tausend Jahre lang seinen Namen - "Am Israel" und seine Sprache, das Hebräische beibehielt. Sie enthüllten keine Geheimnisse und beobachteten die Traditionen.

  • Die Aggadah der vier Monate

    In dieser Aggadah des Midrasch Rabbah (Bemidbar Rabbah, 3) erzählt Rabbi Akiba, dass der Ewige, gepriesen sei Sein Name, die Israeliten nur in einem passenden Monat aus Ägypten herausführte:
    Er brachte sie nicht im Tammus - denn das Wetter ist zu heiss und zu trocken. Er brachte sie nicht im Tevet - denn es ist zu kalt. Er brachte sie nicht im Tischri - denn es beginnt zu regnen. Er brachte sie im Nissan - wegen des guten Reisewetters im Frühling.

  • Die vier Arten Matzot gemäss den Vorschriften zu essen

    Essen der Matza, um den Segen über das Brot zu sprechen; Essen der Matza, um den "achilat matza" Segensspruch zu sagen; Essen der Matza mit Maror in Andenken an Hillel, denn es heisst:

    "zu ungesüuertem Brote und bitteren Kräutern sollen sie es essen." (Numeri 9,11)
    Essen der Matza als Afikoman.

Aktivitäten für kleinere Kinder

Ma Nischtana

Was gehört zusammen? Verbinde die Reihen.

Reihe 1 Reihe 2
1. In allen anderen Nächten essen wir Gesäuertes und Ungesäuertes. 1. In dieser Nacht nur Maror
2. In allen anderen Nächten essen wir alle Arten von Gemüsen. 2. In dieser Nacht lehnen wir uns an.
3. In allen anderen Nächten tunken wir nicht ein. 3. In dieser Nacht nur Matzot.
4. In allen anderen Nächten essen wir aufrecht sitzend. 4. In dieser Nacht zwei Mal.

Die vier Söhne

Was gehört zusammen?

1. Der Einfache 1. Du musst beginnen.
2. Der Böse 2. Was bedeuten euch diese Vorschriften?
3. Derjenige, der nicht zu fragen versteht 3. Was bedeutet dieser Dienst?
4. Der Weise 4. Was ist das?

Symbole des Seders

Schreib die Wörter in den Reihen in der richtigen Folge.

Reihe 1 Reihe 2
1. Kadesch 1. Korech
2. Karpas 2. Matza
3. Magid 3. Barech
4. Motzi 4. Nirtzah
5. Maror 5. Urhatz
6. Schulchan 6. Rachtza
7. Tzafun 7. Jachatz
8. Hallel 8. Orech



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