Pesach

Von
Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender
P E S A C H
Aus der Knechtschaft des Exils in die Freiheit
Inhalt
Aus der Knechtschaft des Exils in die Freiheit
In der jüdischen Tradition und Geschichte ist Pesach eines
der Feste mit vielen Bedeutungen. Es erinnert an die Knechtschaft in Ägypten
und den Exodus; es markiert die Geburtsstunde des jüdischen Volkes; es
zeigt die Grossartigkeit der jüdischen Familie, in deren Mitte es gefeiert
wird; es ist das Frühlingsfest, in dem die blühende Natur die Erneuerung
und das Erwachen eines Volkes symbolisiert. Vor allem aber ist es das Fest der
Freiheit, der Freiheit jedes einzelnen Juden und der Freiheit des ganzen jüdischen
Volkes.
So muss sich jeder einzelne von uns immer wieder fragen, ob
wir in unserem Leben dieser Freiheit genüge tun, dieser Freiheit und dem
Exodus aus der Knechtschaft in das Heil. Sind wir wirklich frei? Kann ein Jude
völlig frei sein, wenn er immer noch in einem fremden Land lebt? Bedeutet
Freiheit nicht, dass ein Mensch die Möglichkeit hat, in seinem eigenen
Land zu leben und zu arbeiten, im Kontext seiner Sprache, seiner Kultur, Tradition
und Bräuche, die er von seinen Vorvätern geerbt hat? Ist dies nicht
die Basis wahrer und vollständiger Freiheit?
Mögen wir uns, wenn wir in der Sedernacht mit unseren
Kindern sitzen, daran erinnern, dass es nur in Eretz Israel und im Staat Israel
möglich ist, die Knechtschaft des Exils zu verlassen. Nur hier können
wir jene innere und äussere Freiheit erlangen, gemeinsam mit dem Rest unseres
Volkes, das von allen Ecken und Enden der Welt im Gelobten Land gesammelt wurde,
so wie unsere Vorfahren, nachdem sie Ägypten verlassen hatten.
Aus den Quellen
Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Gleich
am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern entfernen; denn
jeder, der vom ersten bis zum siebten Tag Gesäuertes isst, soll aus Israel
ausgerottet werden.
Ferner soll bei euch am ersten Tag eine heilige Festversammlung
sein; ebenso sollt ihr am siebten Tag eine heilige Festversammlung abhalten.
Ihr dürft an ihnen keine Arbeit verrichten. Nur was jeder zur Nahrung braucht,
dies allein darf für euch zur Nahrung zubereitet werden.
Beobachtet das Fest der ungesäuerten Brote. Denn an eben
diesem Tage habe ich eure Heerscharen aus Ägypten herausgefuehrt. Beobachtet
also diesen Tag von Geschlecht zu Geschlecht als immerwährende Satzung.
Am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend sollt ihr
ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages des Monats.
(Exodus 12, 15-18)
Moses sagte nun zum Volke: Gedenkt dieses Tages, an dem ihr
aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft weggezogen seid! Denn mit starker
Hand hat euch der Ewige von dort herausgeführt. Darum darf nichts Gesäuertes
gegessen werden. Heute, im Monat Aviv, seid ihr ausgezogen. Wenn dich dann der
Ewige in das Land der Kanaaniter und Hethiter, der Amoriter, Hiwwiter und Jebusiter
führt, das dir zu geben er deinen Vätern zugeschworen hat, ein Land,
das von Milch und Honig fliesst, sollst du diesen Brauch in diesem Monat üben:
Sieben Tage lang sollst du Ungesäuertes essen. Am siebten Tag soll eine
Festversammlung zu Ehren des Ewigen stattfinden. (Exodus 13, 3-6)
Am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend ist das Pesach
zu Ehren des Ewigen. Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der
ungesäuerten Brote zu Ehren des Ewigen; sieben Tage müsst ihr ungesäuertes
Brot essen. Am ersten Tag sollt ihr eine heilige Festversammlung halten; ihr
dürft keinerlei Werktagsarbeit tun. Sieben Tage sollt ihr dem Ewigen ein
Feueropfer darbringen, am siebten Tag ist ebenfalls eine heilige Festversammlung;
an ihm dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit tun. (Leviticus 23, 5-8)
Rabbi Eliezer ha-Kappar sagte: Wegen vier Dingen wurden die
Israeliten aus Ägypten herausgeführt: sie änderten nicht ihren
Namen, sie änderten nicht ihre Sprache, sie enthüllten nicht ihre
Geheimnisse und sie hielten an der Beschneidung fest. (Midrasch Sohar Tow,114)
Rabbi Ischmael verglich den Auszug aus Ägypten mit einer
Taube, die vor einem Raubvogel flüchtete und sich in einer Felsspalte verstecken
wollte. Es stellte sich jedoch heraus, dass dort eine Schlange nistete. Wenn
die Taube die Felsspalte betritt, wird sie sicher von der Schlange gebissen,
wenn sie draussen bleibt, wird sie die Beute des Raubvogels. Wie löste
die Taube dieses Dilemma? Sie begann zu lärmen und mit den Flügeln
zu schlagen, bis der Eigentümer der Taube zu ihrer Rettung kam. Genau so
handelten die Israeliten in ihrem Dilemma. Sie konnten nicht vorwärts gehen,
durch das Meer, da es noch nicht geteilt war, und sie konnten nicht zurück,
denn der Pharao naeherte sich schnell. Was taten sie? (Exodus 14,10): Da erschraken
die Israeliten sehr und schrien laut zum Ewigen. Und sofort (Exodus 14,30) rettete
der Ewige an jenem Tag die Israeliten aus der Gewalt der Ägypter. (Schir
haschirim Rabbah, 2)
Zu dieser Zeit wollten die Dienstengel vor dem Ewigen, gesegnet
sei Er, ein Lied singen. Der Ewige sagte zu ihnen: Meine Geschöpfe ertrinken
im Meer und ihr wollt vor mir singen?! (Midrasch Awkir; Megillah 10)
In jeder Generation muss sich der Mensch so ansehen, als ob
er persönlich aus Ägypten herausgekommen wäre. Es gibt Leute,
die schwierige Fragen stellen: Was brachte uns der Auszug aus Ägypten,
wenn wir danach in anderen Königreichen unterdrückt wurden? Was ist
der Unterschied zwischen Ägypten und anderen Königreichen? Ich aber
sage: als Israel aus Ägypten herauskam, empfing es die Essenz des Guten,
bis es selbst wert sein wuerde, aus eigenem Verdienst frei zu sein. Das ist
das Verdienst Israels für die ganze Welt, dass es wert ist, aus eigenem
frei zu sein. (Der Maharal von Prag)
Pesach - Wortverbindungen
- Pesach Rishon (Erstes Pesach)
(Pesachim 9,3)
-
Pesach, das am 14. Nissan gefeiert wird. Auch Pesach Gadol
(Grosses Pesach). (Piskha Rabba).
- Pesach Scheini(Zweites Pesach) (Pesachim 9,3)
-
Pesach, das am 14. Ijar (also einen Monat später)
von Menschen gefeiert wurde, die zur Pesachzeit rituell unrein oder zu weit
vom Tempel entfernt waren und deshalb dieses Fest nicht zur richtigen Zeit
feiern konnten. Es wird auch Pesach Katan (Kleines Pesach) genannt. (Hallah
4,11 oder Piskha Zeira).
- Pesach Mitzraim (Pesachim 9,5)
-
Ägyptisches Pesach. Das erste Pesachfest, das die
Kinder Israels feierten, als sie Ägypten verliessen.
- Pesach Dorot (Pesachim 9,5)
-
Das Pesachfest, das jedes Jahr, von der Generation gefeiert
wird.
- Pesach Meuchin (Pesachim 64,2)
-
"Pesach für die Gedrückten und Gedrängten":
Name für ein Pesachfest zur Zeit des Zweiten Tempels. Eine so grosse
Menschenmenge drängte sich am Tempelberg, dass ein alter Mann zertreten
wurde.
Vorschriften und Bräuche
Es ist üblich, dreissig Tage vor dem Pesachfest mit dem
Studium der Vorschriften zu beginnen. (Ramah, "Hilkhot Pesach")
Es ist Brauch in Israel, zu garantieren, dass es den Armen
zu Pesach an nichts mangelt. Vor allem wird für Weizen und Mehl gesorgt,
um die Matzot backen zu können. Dies wird "Matza Fonds" (Kimcha de-Pis'cha)
genannt. ("Ozar Dinim u-Minhagim")
Es ist üblich, der Gemeinde eine Steuer für den Getreidekauf
vorzuschreiben. Der Erlös kommt zu Pesach den Armen des Ortes zugute. ("Or
Zarua">)
In der Vorbereitung von Pesach wird alles Chametz aus dem Haus
entfernt. Am Abend vor Pesach (am Vorabend des 14. Nissan) wird das Haus durchsucht,
um sicher zu sein, dass kein Chametz übrig blieb. Es ist Tradition, zehn
Stückcken Brot im Haus zu verstecken. Der Hausherr sammelt dieses Brot
in einem kleinen Säckchen und fegt die Krümel mit einer Feder zusammen.
Die Chametzsuche wird im Licht einer einzelnen Kerze durchgeführt. Man
achtet vor allem auf Ritzen und Plätze, an denen Chametz üblicherweise
zu finden ist. Nach der Suche rezitiert der Hausherr folgende Nichtigkeitserklärung:
"Aller Sauerteig und alles Chametz, das in meinem
Besitz ist, welches ich nicht gesehen und nicht vernichtet habe, soll nichtig
und besitzerlos sein wie der Staub der Erde."
Am folgenden Tag werden die Krümel gemeinsam mit der Feder und dem Säckchen
verbrannt. ("Hilkhot Pesach")
Vor Pesach werden alle Chametzutensilien weggeräumt. Alle
anderen werden gekaschert. Wie geht das? Kochgeschirr wird über Feuer mit
kochendem Wasser gekaschert, Essgeräte und Geschirr, die für kalte
Speisen benutzt werden, müssen in kaltes Wasser eingelegt werden. ("Orah
Hajim")
Chametz, das man nicht entfernen kann, muss man einem Nichtjuden
verkaufen. Nach Pesach kann es wieder erworben werden. Alle Gemeindemitglieder
verkaufen ihr Chametz dem Rabbiner, der es am Tag vor Pesach an die Nichtjuden
verkauft. ("Ozar Minhagim")
In den dreissig Tagen vor Pesach werden die Matzot gebacken.
Jene, die besonders vorsichtig sein wollen, backen alle Matzot am Tag vor Pesach.
Jeder bäckt seine eigenen Matzot oder nimmt an der Herstellung der Matzot
teil, da alle Juden diese Mitzwa immer geschätzt haben. Es ist üblich,
folgenden Segensspruch zu sagen, wenn Matzot für Nachbarn oder Verwandte
gebacken werden:
" So sollst du nächstes Jahr tun, um koschere
Matzot zu backen." ("Sefer Matamim")
Zitate und linguistische Quellen
Pesach
Die Bedeutung des Zeitwortes "pasach" (er ging vorüber)
ist ähnlich der des bekannteren Verbums "pas'a", das "gehen", "schreiten"
heisst. Trotzdem gibt es zwischen diesen beiden Zeitwörtern einen interessanten
Unterschied: jeder Schritt ist tatsächlich eine Passage von der Position
des einen Beines zu dem Platz, an dem das andere Bein ankommt. Das Verbum kann
die Strecke von einem Ort zum anderen betonen. Es kann aber auch die Idee ausdrücken,
dass eine Strecke nun zurückbleibt, da der Mensch vorwärts schritt.
Das Zeitwort "pas'a" betont vor allem die Strecke. Zum Beispiel:
"Dort waren zwölf Stufen und Moses bewältigte
sie auf einmal" (Traktat Sotah, 13)
oder
"Damit sie keinen grossen Schritt zum Altar machen müssen" (Schemot
Rabbah 30)
Andererseits bezieht sich das Wort "pasach" hauptsächlich
auf den Platz, der zurückbleibt, er wurde übersprungen oder übergangen.
In dieser Bedeutung kommt "pasach' auch in der Bibel, im Buch Exodus im bezug
auf Pesach, vor:
"Das Blut an den Häusern, in denen ihr weilt,
soll ein Schutzzeichen für euch sein. Wenn ich das Blut sehe, dann will
ich euch übergehen. Es soll euch kein vernichtender Schlag treffen, wenn
ich das Land Ägypten schlage." (Exodus, 12,13)
oder
"Wenn der Ewige vorübergeht, um Ägypten zu schlagen, und
das Blut an der Oberschwelle und an den Türpfosten sieht, wird Er die Tür
übergehen, und den Verderber nicht in eure Häuser eintreten lassen,
um den Schlag auszuführen." (Exodus 12,23)
Dies wird durch die exklusive Benutzung der Praeposition "al"
- "über" - "pasach al" - "er schritt darüber hinweg" hervorgehoben.
Das Verb "pas'a" kann mit ohne ohne "al" verwendet werden. Zum Beispiel: "pas'a
be'derech" - "die Strasse entlang gehen."
Das Hauptwort "Pesach" wird vom Zeitwort "pasach" abgeleitet.
Es bedeutet "Erlösung" oder "Rettung", die durch das "Hinwegschreiten"
verursacht wurde. Denn die Bibel erzählt uns, dass Gott über die Häuser
der Israeliten hinwegschritt und sie verschonte, als er die Erstgeborenen der
Ägypter schlug.
Das zweite Hauptwort, das von diesem Verbum stammt ist "poseach"
- ein "Lahmer", jemand, dessen Beine nicht richtig funktionieren und der deshalb
nicht richtig gehen kann, sondern hinkt. Dieses Wort drückt aus, dass ein
Hinkender manchmal hüpft oder "überspringt".
"Pasach al schtei ha-seifim" - "zwischen zwei Meinungen
schwanken"
Dieser Ausdruck, der auf dem Wort "pasach" basiert, wird benutzt,
um jemanden zu bezeichnen, der zögert oder uentenschlossen ist, der nicht
wählen oder sich entscheiden möchte. So hüpft ein Vogel zwischen
zwei Ästen hin und her. ("Sa'ef" heisst "Ast")
Die Quelle dieser Phrase ist die Bibel: I Könige, 18,21 erzählt von
dem Treffen zwischen dem Propheten Elija und den Baalspriestern. Elijah sagt
dem Volk, dass es sich klar entscheiden muss:
"Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? ("Ad
matai atem poschim al schtei seifim") Ist der Ewige der Gott, so folget ihm
nach; ist es aber Baal, so folget ihm nach! Das Volk aber erwiderte ihm kein
Wort."
Afikoman
Das Wort Afikoman bezieht sich auf den Teil der mittleren Matza,
der während des Sedermahles versteckt und zum Schluss gegessen wird. Afikoman
stammt aus dem Griechischen und bedeutet ein Fest, das nach einem Mahl stattfand.
Wein wurde getrunken, Süssigkeiten gegessen und Lieder gesungen.
In der Antike war es üblich nach dem Essen von einer Gruppe
zur anderen zu gehen und das Trinken und die Festesfreude fortzusetzen.
Dies ist die Vorschrift der Halacha im Traktat Pesachim:
"Nach dem Pesachlamm darf kein Nachtisch hinzugefügt
werden."
Mit anderen Worten: nach dem Sedermahl findet keine "Nachfeier"
statt.
Das Motiv der Vier in der Pesach Haggada und im Fest
Die Zahl Vier kommt in der Pesach Haggada und in den Schriften
unserer Weisen über Pesach und seinen Traditionen in verschiedenen Zusammenhängen
vor. Die Zahl ist eine Art Mittelpunkt, um den sich Themen, Ideen, Sprüche
und Kommentare zu Versen drehen.
- Arba Kosot - die vier Becher Wein
Das Trinken von vier Bechern Wein beim Seder wird aus verschiedenen
Quellen der Bibel abgeleitet:
Die erste sind die vier Wiederholungen in Genesis 40, 11-13:
"Ich hatte den Becher des Pharao in meiner
Hand und nahm die Beeren; ich presste sie in den Becher des Pharao
und reichte dem Pharao den Becher. Das sprach Josef zu ihm: Dies
ist die Deutung: Die drei Ranken bedeuten drei Tage. Nach drei Tagen wird
der Pharao dein Haupt erheben und dich wieder in dein Amt einsetzen. Du
wirst dem Pharao seinen Becher reichen so wie frueher, als du sein
Mundschenk warst."
Die Knechtschaft in Ägypten begann mit dem Verkauf Josefs.
Dies ist eine Parallele zum Sklavendasein der Kinder Israels unter den Pharaonen.
Ebenso kann seine Befreiung aus dem Gefängnis mit der Erlösung aus
der ägyptischen Fron verglichen werden.
Da das Wort "Becher" vier Mal erwähnt wird, schrieben unsere Weisen vor,
zum Sedermahl vier Becher Wein zu trinken. Wein symbolisiert die Erlösung
von Sorgen, wie es im Psalm 116,13 heisst:
"Ich will ergreifen den Kelch des Heiles"
Die zweite Quelle findet sich im Buch Exodus, Kapitel sechs,
Vers sechs bis sieben, wo die vier Ausdrücke geschrieben sind, die die
Erlösung Israels betreffen:
"Ich werde euch von dem Erliegen unter Ägyptens
Lasten hinausfuehren (w'hozeti) und werde euch von ihrer Knechtschaft
retten (w'hizalti) und werde euch mit gestrecktem Arme und mit grossen
Strafgerichten erlösen (w'ga'alti) und werde euch mir zum Volke
nehmen (w'lakachti)."
Für jeden Ausdruck wird ein Becher getrunken.
In der Gemara gibt es eine bekannte Diskussion darüber, ob auch ein fünfter
Becher getrunken werden soll. Denn der nächste Vers fährt fort:
"Und ich werde euch dann in das Land bringen (w'heweti),
das ich Abraham, Isaak und Jakob versprochen habe."
Einige Weise, wie Rabbi Tarfon, pflegten einen fünften
Becher bei der Rezitation des Hallel in Eretz Israel, Babylonien und Europa
zu trinken. Heute füllen wir einen fünften Becher, den Becher des
Elias, dem Vorboten des Messias, dessen Kommen das Einsammeln der Zerstreuten
und die Wiedereinsetzung der jüdischen Souveränität über
Israel symbolisiert.
Gemäss einer Version wurde das Trinken der vier Becher zur Zeit des Zweiten
Tempels eingeführt, um Israels Erlösung von den vier es unterdrückenden
Reichen Ägypten, Babylonien, Griechenland und Rom zu bezeichnen.
Die vier Becher sind auch wie die vier Jahreszeiten.
Nissan, nach der Bibel der erste Monat, ist der passende Monat, um einen Becher
Wein zu Ehren jeder Jahreszeit zu trinken. Abarbanel sagt, der erste Becher
wird zum Kiddusch getrunken, der zweite am Schluss des Hauptteiles der Haggada,
der mit dem Segensspruch über die Erlösung endet, der dritte nach
dem Tischgebet und der vierte am Schluss der Hymne "Nischmat". ("Birkat
ha-Schir")
- Die vier Fragen
Die vier Fragen wurden ursprünglich deshalb in die
Haggada eingearbeitet, um die Zahl Vier zu betonen.
In der Mischna kommen vier Fragen vor, die sich aber teilweisen von unseren
unterscheiden: Matza, Maror, Pesachlamm und "Eintunken" (Traktat Pesachim,
Babylonischer Talmud).
Andererseits erwähnt derselbe Traktat im Jerusalemer Talmud nur drei
Fragen, die anders geordnet sind: "Eintunken", Matza, Pesachlamm. Die Frage
über das Essen des Maror taucht überhaupt nicht auf.
Maimonides spricht von fünf Fragen: "Eintunken", Matza, Pesachlamm,
Maror und Zurücklehnen.
- Die vier Söhne
Eine Anspielung auf die vier Söhne finden wir bereits
in der Tora:
"Und wenn dich dein Sohn künftig fragt: Was
bedeutet dies." (Exodus 13,14)
Die vier Söhne der Haggada repräsentieren die vier
wichtigsten Persönlichkeitstypen: den Weisen, den Bösen, den Einfachen
und denjenigen, der nicht zu fragen versteht. Der Weise beschäftigt sich
mit den Pesachvorschriften, um sie zu lernen; der Böse entfernt sich
aus der Gemeinde Israels und verwirft die Pesachgesetze; der Einfache möchte
ganz allgemein wissen, was an Pesach so Besonders ist. Und es ist unsere Pflicht,
demjenigen, der nicht zu fragen versteht, alles zu erklären.
- Die Zahl Vier - Stilistische Wiederholung
An verschiedenen Stellen der Haggada finden wir vier aufeinanderfolgende
Sätze, die sich alle auf diesselbe Idee beziehen:
-
In der Passage, die mit den Worten "Awadim hajinu" - "Sklaven
waren wir" beginnt: Und wären wir auch alle weise, alle Männer
des Wissens, alle alte Männer und Kenner der Tora ...
-
An der Stelle, die mit "Wajotzienu Ha-Schem mi-Mitzraim"
- "Und der Ewige führte uns aus Ägypten hinaus" beginnt: Ich selbst,
und nicht ein Engel, Ich selbst und nicht ein Seraph, Ich selbst und nicht
ein Bote. Ich bin der Ewige.
- Die vier Mütter
Im bekannten Lied "Echad mi jodea" - "Eins, wer weiss es"
kommt die Kombination "arba imahot" - "vier Mütter" vor.
- Die vier Namen für Pesach
Das Pesachfest hat viele Namen, aber diese vier sind die
bekanntesten:
Chag ha-Pesach, Chag ha-Matzot (das Fest der ungesaeuerten Brote), Chag
ha-Cherut (das Fest der Freiheit) und Chag ha-Aviv (Frühlingsfest)
- Eine Aggadah über die Zahl Vier
"Wegen vier Dingen wurden die Israeliten aus Ägypten
herausgeführt: sie änderten nicht ihren Namen, sie änderten
nicht ihre Sprache, sie enthüllten nicht ihre Geheimnisse und sie hielten
an der Beschneidung fest."
Diese Aggadah betont, dass Israel mehr als tausend Jahre
lang seinen Namen - "Am Israel" und seine Sprache, das Hebräische beibehielt.
Sie enthüllten keine Geheimnisse und beobachteten die Traditionen.
- Die Aggadah der vier Monate
In dieser Aggadah des Midrasch Rabbah (Bemidbar Rabbah,
3) erzählt Rabbi Akiba, dass der Ewige, gepriesen sei Sein Name, die
Israeliten nur in einem passenden Monat aus Ägypten herausführte:
Er brachte sie nicht im Tammus - denn das Wetter ist zu heiss und zu trocken.
Er brachte sie nicht im Tevet - denn es ist zu kalt. Er brachte sie nicht
im Tischri - denn es beginnt zu regnen. Er brachte sie im Nissan - wegen
des guten Reisewetters im Frühling.
- Die vier Arten Matzot gemäss den Vorschriften zu
essen
Essen der Matza, um den Segen über das Brot zu sprechen;
Essen der Matza, um den "achilat matza" Segensspruch zu sagen; Essen der
Matza mit Maror in Andenken an Hillel, denn es heisst:
"zu ungesüuertem Brote und bitteren Kräutern
sollen sie es essen." (Numeri 9,11)
Essen der Matza als Afikoman.
Aktivitäten für kleinere Kinder
Ma Nischtana
Was gehört zusammen? Verbinde die Reihen.
| Reihe 1 |
Reihe 2 |
| 1. In allen
anderen Nächten essen wir Gesäuertes und Ungesäuertes. |
1. In dieser
Nacht nur Maror |
| 2. In allen
anderen Nächten essen wir alle Arten von Gemüsen. |
2. In dieser
Nacht lehnen wir uns an. |
| 3. In allen
anderen Nächten tunken wir nicht ein. |
3. In dieser
Nacht nur Matzot. |
| 4. In allen
anderen Nächten essen wir aufrecht sitzend. |
4. In dieser
Nacht zwei Mal. |
Die vier Söhne
Was gehört zusammen?
| 1. Der Einfache |
1. Du musst
beginnen. |
| 2. Der Böse |
2. Was bedeuten
euch diese Vorschriften? |
| 3. Derjenige,
der nicht zu fragen versteht |
3. Was bedeutet
dieser Dienst? |
| 4. Der Weise |
4. Was ist
das? |
Symbole des Seders
Schreib die Wörter in den Reihen in der richtigen Folge.
| Reihe 1 |
Reihe 2 |
| 1. Kadesch |
1. Korech |
| 2. Karpas |
2. Matza |
| 3. Magid |
3. Barech |
| 4. Motzi |
4. Nirtzah |
| 5. Maror |
5. Urhatz |
| 6. Schulchan |
6. Rachtza |
| 7. Tzafun |
7.
Jachatz |
| 8. Hallel |
8. Orech |
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