Pesach

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender



Das Fest der

  • Das Fest der Matzot (ungesäuertes Brot) hat einen landwirtschaftlichen Hintergrund und ist daher mit der sesshaften Lebensform verbunden.
  • Die Bibel gebietet das Feiern dieses Festes folgendermassen:

    et hag hammattsot tishmor shiv'at yamim tokhal mattsot ka'asher tsiwwitikha lemo'ed hodesh ha'aviv...
    (Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten. Sieben Tage sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir zur Zeit des Monats Aviv befohlen habe. Exodus 23:15. Siehe auch: Exodus 34:18.)

    shalosh pe'amim basshanah yera'eh khol-zekhurkha et-peney adonay eloheykha bammaqom asher yivhar behag hammattsot uvehag...
    (Dreimal im Jahr soll alles, was bei dir männlich ist, das Angesicht des Ewigen, deines Gottes, schauen an der Stätte, welche er erwählt: am Fest der ungesäuerten Brote, ... Deut. 16:16.)
  • Es ist eine auffällige Tatsache, dass in diesen Versen weder Pesach noch seine qorban (Opfer) erwähnt werden.
  • Daher können wir annehmen, dass es im selben Monat ursprünglich zwei Feste gab:
    1. , das Fest der nomadischen Schafhirten.
    2. Das Fest der der sesshaften Bevölkerung.
    Erst viel später wurden beide Feste vereinigt, als es für die zentrale religiöse Autorität des ("Tempels") wichtig geworden war, dass das Fest im stattfand und nicht in lokalen Heiligtümern oder im Familienkreis.
  • Dies mag auch die Zeit gewesen sein, zu der das Fest eine neue Bedeutung und einen neuen Inhalt erhielt: die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten war allen Kindern Israels wohlbekannt, den Nomaden wie den Sesshaften.
  • Vielleicht weil die Ursprünge in einem kanaanitischen Fest liegen, haben wir kaum Informationen über die Art, wie das Fest der vorher gefeiert wurde.
  • Während der Festtage war es verboten, Chametz (gesäuerte Lebensmittel) zu verzehren. Es war ausserdem verboten, Sauerteig oder Getreide im Haus zu haben.

    shiv'at yamim mattsot tokhelu akh bayyom hari'shon tashbitu se'or mibbattekhem ki kol-okhel hamets wenikhreta hannefesh hahi miyyisra'el miyyom hari'shon 'ad-yom hasshevi'i
    Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Gleich am ersten Tag sollt ihr den Sauergteig aus euren Häusern entfernen; denn jeder, der vom ersten bis zum siebten Tag Gesäuertes isst, soll aus Israel ausgerottet werden. (Exodus 12:15)
  • Der Brauch des bi'ur chametz (Verbrennen des Gesäuerten) wird in der Bibel nicht erwähnt. Daher können wir annehmen, dass dieser Brauch erst viel später, zur Zeit der "Chazal" (der Weisen) entstand. Der Grund mag die strenge Bestrafung des Essens von während der Pesachtage gewesen sein.

  • Die Etymologie des Wortes ist ungeklärt.
  • Die Wurzel ist (der Punkt im des Wortes ist ein Verdopplungspunkt).
  • Die Wurzel hat die Grundbedeutung "saugen", "nippen, schlürfen" oder "entwässern" und kommt in der Bibel zwei Mal vor: Jes. 66:11 und Psalm 73:10.
  • Auch im Arabischen, Ugaritischen und Aramäischen ist die Wurzel mit dieser Bedeutung bekannt.
  • Die , die wir heute zu essen, sind sehr trocken. Daher sind wir versucht, die mit der Bedeutung "entwässern" zu verbinden. Aber alle, die jemals das ungesäuerte Brot der Beduinen, das nicht in einem modernen Ofen gebacken wurde, gekostet haben, wissen, dass dieses Brot nicht trocken ist.



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