Pesach

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender



P E S A C H

Pesach und der Erzieher

"Niemand lernt Tora, ausser er wünscht es."
(Babylonischer Talmud, Awoda Zarah, 19)

Wie führen wir unsere Schüler und Studenten zu einem umfassenden Wissen über die Geschichte, Quellen, Lieder, Gedanken und Mitzwot, die dem Pesachfest zugrunde liegen?

Es gibt keinen Mangel an Material über Pesach und eine unendliche Menge an Variationen ist in Gebrauch.
Im allgemeinen wiederholen die meisten Materialien Jahr für Jahr diesselben Themen. Das Ergebnis ist, dass die Studenten nur ein begrenztes Wissen erlangen und - noch schlimmer - nicht imstande sind, dieses Fest immer wieder zu entdecken und wieder zu entdecken, um den Grundsatz zu erfüllen: "Jeder soll sich so ansehen, als sei er selbst aus Ägypten ausgezogen."

Sicherlich, Pesach gehört nicht zu irgendeinem Sektor des jüdischen Volkes, und bei der Vermittlung seiner Botschaft ist es wichtig, aktuelle Elemente zu integrieren. Die Pesach Haggada, ein erstklassiges erzieherisches Werkzeug, war für viele Generationen eine Quelle des Lernens. Ihre Texte, die Gedächtnisstuetzen in den Liedern, ihre Musik, die Art, wie sie in sephardischen Gemeinden präsentiert wird und alle Elemente, die den "Unterschied" dieses Festes betonen, bilden einen ausgezeichneten Startpunkt.

Während des Seders verliert der Erziehungsprozess die Absolutheit und die vertikale Beziehung formaler Rahmenbedingungen, die Beziehung zwischen demjenigen, der weiss und lehrt und demjenigen, der nicht weiss und lernt. Der Verlauf des Seders etabliert eine Dynamik, in der die jüngsten Teilnehmer angeregt werden und die Leitung übernehmen. Hier erzählt das Kind nicht, was es in der Schule oder in der Jugenbewegung gelernt hat, und die Erwachsenen hören geduldig zu, sondern ein Dialog wird geführt. Dies könnte die didaktische Haltung des Lehrers sein.

Der Seder ist kein gewöhnliches festliches Essen, das am Vorabend eines Festes stattfindet. Der Seder ist voller Symbole, besonderer Speisen, die wir zu keiner anderen Zeit des Jahres essen, und verschiedener Aktivitäten.

Das wiederholte Auftauchen von Elementen, die die Zahl Vier in sich tragen (vier Becher, vier Fragen, vier Speisen - Pesachlamm, Matzah, Maror, Charosset - vier Söhne) und die unzähligen Passagen, die in der Form von vier Versen präsentiert werden, zeigen die Absicht, einen didaktischen Rahmen zu geben, um die Vermittlung zu erleichtern. Das Ziel ist es, die natürliche Neugier des Kindes zu fördern, damit es Fragen über den Seder stellt. Die Antworten auf die Fragen und die anschliessenden Diskussionen machen das Wesen der Mitzwa "Du sollst es deinen Kindern einschärfen" aus.

Schabbat und Pesach

Die Tora gibt uns zwei Gründe, warum wir den Schabbat halten sollen:

" Gedenke des Schabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun. Der siebte Tag aber ist Schabbat für den Ewigen, deinen Gott. Da darfst du keinerlei Werk tun, weder du selbst, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremde, der sich in deinen Toren aufhält. Denn in sechs Tagen hat der Ewige den Himmel, die Erde und das Meer und alles, was in ihnen ist, erschaffen; aber am siebten Tag ruhte er. Deshalb hat der Ewige den Schabbattag gesegnet und ihn geheiligt." (Exodus 20, 8-11)
"Halte den Schabbattag, dass du ihn heiligst, wie der Ewige, dein Gott, dir gebot. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun. Der siebte Tag aber ist Schabbat für den Ewigen, deinen Gott; da sollst du keinerlei Werk tun, weder du selbst, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Ochse, noch dein Esel, noch all dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Wohnorten weilt, damit dein Knecht und deine Magd ruhen können wie du. Denke daran, dass du selbst im Ägypterlande Sklave warst und der Ewige, dein Gott, dich von dort mit starker Hand und ausgestrecktem Arme herausführte. Darum gebot der Ewige, dein Gott, den Schabbattag zu feiern." (Deuteronomium 5, 12-15)

So verbindet der Schabbat jeden einzelnen Juden jede Woche mit dem Auszug aus Ägypten, indem dieser Tag sein Leben lang ein integraler Bestandteil seiner Existenz bleibt.



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