Pesach

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender



P E S A C H

Einführung: Pesach

"Jede Generation betrachte sich so, als sei sie selbst aus Ägypten ausgezogen." (Haggada)
Jüdisches Leben spielt sich in einer Gemeinde ab.

Ein Ziel jüdischer Erziehung ist es, das Bewusstsein der Gemeinde für das individuelle und öffentliche jüdische Leben aufzubauen und zu stärken.

Das Gemeindebewusstsein - das Gefühl der Zusammengehärigkeit, des Teilens eines Schicksals - wird einerseits durch das Studium der Gemeindegeschichte erreicht, andererseits durch das tägliche Teilen von Erfahrungen (Gemeindeleben und Beobachtung der jüdischen Vorschriften und Traditionen.)

Der Exodus aus Ägypten war die erste jüdische Erfahrung, die von einer Gemeinde geteilt wurde.

Der Exodus machte einen so starken Eindruck auf das nationale Bewusstsein, dass er 160 Mal in der Bibel erwähnt wird. 67 Mitzwot sind mit der Erinnerung an den Exodus verbunden (ein Neuntel aller 613 Mitzwot). Auch dies zeigt die zentrale Wichtigkeit des Pesachfestes im jüdischen Bewusstsein.

Pesach ist tatsächlich die Geburtsstunde des jüdischen Volkes und daher nicht nur von religiöser, sondern auch von nationaler Bedeutung. Die Teilnahme am Pesachopfer war nicht nur Nichtjuden verboten, sondern auch alleinstehenden Juden. Es war ein Gruppenereignis, mit starker Betonung der Zusammengehörigkeit und der Gemeinde.

Der Sederabend wurde das Mittel, die Erinnerung an die Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben. Durch die Geschichte des Exodus und vor allem durch den Seder ist es uns möglich, die Erfahrungen des Auszuges aus Ägypten und der Umwandlung der Israeliten in ein Volk nachzuvollziehen. Daher sagt uns die Haggada, dass sich jede Generation so betrachten solle, als sei sie selbst aus Ägypten ausgezogen. Und so transzendiert die Mitzwa "Schärfe es deinen Kindern ein" das religiöse Ritual, um das individuelle und gemeinschaftliche jüdische Bewusstsein jedes einzelnen Juden zu steigern.



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