Pesach

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender



P E S A C H

Chad Gadja - Ein Zicklein

El Lisitzky: Chad Gadja. Farblithographie 1919

Ziel

Die Logik umkehren und die Botschaft des Liedes entdecken.

Vorbereitung

Den Text von "Chad Gadja" für jeden Teilnehmer, ein Set einer "russischen Puppe". Andere Lieder der Haggada.

Vorgangsweise

  1. Zuerst wird die Melodie des Refrains "Chad Gadja" gelernt. "Chad Gadja" kommt erstmals in den Haggadot der aschkenasischen Gemeinden am Ende des 16. Jahrhunderts vor und wurde in aramäischer Sprache geschrieben. Sein Autor kommt aus der Schule Rabbi Eleazar Rokachs von Worms. In sephardischen und jemenitischen Haggadot findet sich dieses Lied nicht.
  2. Eine Strophe nach der anderen wird gelesen und übersetzt. Sie wird vorgesungen, die Gruppe singt den Refrain.
  3. Was hat die Gruppe verstanden? (Falls es mit dem Refrain nur langsam vorwärts geht, bitte man die Gruppe sehr schnell hintereinander "Chad Gadja" zu sagen. "Was reimt sich darauf? Wir hoffen, dass es einen Teilnehmer gibt, der meint, es klinge ein bisschen wie "Haggada".)
    Wo kommt das Lied in der Haggada vor? (Am Ende!) Welche Funktion hat ein Lied, das eine Feier abschliesst?
  4. Man erkläre, wie das Lied "Chad Gadja" das Wesentliche des Seders und der Haggada zusammenfasst:
    1. Man nehme die kleinste der russischen Puppen und lese die erste Strophe vor - das ist das Zicklein.
    2. Mit der fünften Puppe liest man die zweite Strophe und gibt die kleinste Puppe hinein. Wer ist diese Puppe? Was ist passiert?
    3. Mit der vierten Puppe wird die dritte Strophe gelesen, sechste und fünfte Puppe kommen in die vierte. Wer ist die Puppe in dieser Strophe?
    4. Mit den restlichen Puppen und Strophen wird ebenso verfahren.
    5. Wenn man zur ersten Puppe kommt und die anderen darunter plaziert, fragt man: Was kommt als nächstes? Gibt es ein Ende? Wo? Warum?
  5. Mit der Gruppe wird die Botschaft von "Chad Gadja" zusammengefasst. Die Gruppe sollte Naturgesetz und himmlische Gewalt identifzieren können. Gibt es sogar Gerechtigkeit?
  6. Gibt es in diesem Teil der Haggada noch ein Lied, das nicht nur ähnliche Botschaften vermittelt, sondern sogar ein ähnliches kumulatives Muster aufweist: "Echad ani jodea" ("Eins, ich weiss es"). Der Unterschied liegt darin, dass dieses Lied mit Gott beginnt und endet, während die Sänger von "Chad Gadja" bis zum Schluss warten mässen, dass der Allmächtige eingreift.
  7. Viele der Lieder in der Haggada reflektieren diese Hauptbotschaft: sie gleichen in einem leichteren Rahmen den Text des Teiles der Haggada aus, der vor dem Mahl gelesen wird. Daher ist "Chad Gadja" das Gegengewicht zu "Ma Nishtana" und "Avadim hajinu" und das "LeShana Haba'a Bi'ruschalaim" ("Nächstes Jahr in Jerusalem") jenes zum Einführungstext der Haggada: "Ha Lachma Anja" ("Das Brot der Armut").

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