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Epilog: Der Zukunft entgegen

Seit der Wiedervereinigung Jerusalems, 1967, hat die Stadt viele gute und schlechte Zeiten erlebt, die die allgemeine politische Situation reflektierten. Aber wie immer die allgemeine Situation auch gewesen sein mochte, als Stadt hat sich Jerusalem immens verändert.

In mancherlei Hinsicht ist das heutige Jerusalem von der kleinen, verschlafenen und provinziellen Stadt von 1967 verschieden. Jerusalem ist eine moderne Metropole mit allen Annehmlichkeiten, die eine Großstadt bieten soll. Vor allem dank der Bemühungen Teddy Kolleks expandierte Jerusalem auf ein Ausmaß, in dem es kulturell mit ähnlich grossen Städten der Welt wetteifern kann. Es gibt Theater und Konzertsäle, Diskotheken und Jugendzentren entstanden in allen Wohnvierteln. Restaurants und Cafés blühen und auch in Jerusalem kann man - wie in Tel Aviv - eines der vielen Straßencafés genießen. Dank der neuen Einkaufszentren wurde auch Jerusalem ein Paradies für Konsumenten.

Seit 1967 wuchs die Einwohnerzahl Jerusalems um hundert Prozent. Auf der jüdischen Seite der Stadt entstanden zehntausende Wohnungen, wo es vor dreißig Jahren nur Lehm, Felsen und Sand gegeben hatte.

Eine der frühen Entscheidungen nach 1967 war es, eine Reihe von Vorortgemeinden zu planen, rund um den Norden, Süden und Westen, auf Land, das zuvor zu Jordanien gehört hatte. Diese Entscheidung sollte auch die Wiedervereinigung der Stadt betonen.

Riesige neue Wohnviertel entstanden: Gilo im Süden, Talpiot im Südosten, Neve Jaakov und Pisgat Ze'ev im Nordosten, ebenso Ramat Eschkol, das jedoch näher zur Stadt gelegen ist, und Ramot im Westen. Der östliche Zugang zur Stadt wurde offen gelassen, in der Hoffnung, Jordanien werde sich an den Verhandlungstisch setzen. Im Laufe der Jahre jedoch wurde die Satellitenstadt Ma'aleh Adumim im Osten errichtet.

Auch die arabischen Wohnviertel expandierten, aber nicht im gleichen Ausmaß wie die jüdischen. Nach 1967 herrschte vorsichtiger Optimismus über die Beziehungen, die sich zwischen den jüdischen und arabischen Einwohnern Jerusalems entwickelten. Auf der Grundlage des wirtschaftlichen Kontaktes, der zwischen den beiden Sektoren entstand, entwickelte sich eine Art Ko-Existenz zwischen beiden Gemeinden.

Mit dem Ausbruch der Intifada, 1987, wurde es jedoch klar, daß es sich um die Realität zweier verschiedener Gemeinden handelt, die in derselben Stadt leben und zwischen denen Spannungen herrschen. Die Idee der Kooperation wurde durch das Gespenst der kollektiven Angst und der Verdächtigungen ersetzt. Nationale Sentiments, auf beiden Seiten immer stark, wurden extremer. Heute gibt es wenig Vertrauen zwischen Juden und Arabern. Aktivitäten arabischer Terroristen und jüdische Reaktionen schufen Haß und Spannungen, die die Hoffnungen auf gegenseitige Akzeptanz und Toleranz als Norm in Jerusalem fast zerstöten.

Die Araber akzeptierten niemals die jüdischen Souveränitätsansprüche über die ganze Stadt. Nach dem Beginn der Friedensverhandlungen mit der PLO nach den Wahlen von 1992 wurde Jerusalem immer mehr zum Reizmittel zwischen den Parteien.

Viele haben Fragen zur Zukunft Jerusalems.

Es gibt viele Gebete und viele Träume über die Zukunft Jerusalems. Alles, was wir haben, sind Hoffnungen.

Aktivität: Debatte über den Status von Jerusalem

(Passend für ältere Gruppen)

Folgende Übung soll die Probleme von Jerusalems Zukunft untersuchen,

Hinweise für den Erzieher

Unsere Erfahrung mit dieser Aktivität zeigt uns, daß König David und Bar Kochba am ehesten einem Kompromiß ablehnen, bereit, den "Feind" mit Gewalt zu unterdrücken. Jochanan Ben Zakai ist fast sicher kompromißbereit was die politische Souveränität betrifft, solange den Juden religiöse und kulturelle Freiheiten garantiert bleiben.

David Ben Gurion näherte sich politischen Problemen pragmatisch, überzeugt "Politik ist die Kunst des Möglichen". Er war die erste wichtige Persönlichkeit, die nach 1967 die Rückgabe von Gebieten befürwortete. Er nahm jedoch Jerusalem von seinem Vorschlag aus und scheint gedacht zu haben, daß 1967 - im Gegensatz zu 1948 - die internationale Gemeinschaft eher bereit sei, jüdische Kontrolle über Jerusalem zu akzeptieren. Es ist schwierig, zu beurteilen, wie er die heutige Situation sehen würde.

Teddy Kollek glaubt sicherlich an die Vereinigung und hat sich fast sein ganzes Leben darum bemüht. Er würde sicherlich gerne eine fortgesetzte jüdische Souveränität über Jerusalem sehen, ist aber bereit, Konzessionen zu erwägen, inklusive substantielle arabische Autonomie in Teilen Ostjerusalems, was keine Teilung der Stadt bedeuten würde.

Jeder Teilnehmer präsentiert seine Rolle in der Ichform.

Nach der Präsentation kann eine Übersichtsdiskussion stattfinden, in der die Dilemmata der Zukunft Jerusalems beleuchtet werden.



Das Pädagogik Zentrum
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Updated: 24.04.2001

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