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Sir Moses Montefiore gelobt Hilfe
Diskussion über jüdische Solidarität
Sir Moses Monetfiore ist vor allem durch seine rastlosen Bemühungen ausgezeichnet, mit denen er anderen Juden sechzig Jahre lang bis zu seinem Tod im Alter von 101 half.
Nachdem er sich von seiner Arbeit in der Finanzwelt Londons zurückgezogen hatte, bereiste er die Welt, intervenierte in verschiedenen Ländern und versuchte die Lage der Juden zu verbessern. Er war eine Ein-Mann diplomatische Agentur für das jüdische Volk, einflußreich und im Großen und Ganzen erfolgreich. Im Fall der Blutbeschuldigung von Damaskus, 1840, intervenierte er zur großen Erleichterung der gefangenen Juden und der jüdischen Bevölkerung im allgemeinen. Er erleichterte die Situation der Juden in Marokko und unterstützte die jüdische Gemeinde in Rußland.
Aber es war ihm nicht immer Erfolg beschieden. Als er 1859 versuchte, den Papst zu bewegen, einen italienischen jüdischen Knaben aus der Kirche zu entlassen, der als Christ betrachtet wurde, nachdem ihn sein christliches Kindermädchen aus seiner Familie entfernt und getauft hatte. Dieser Versuch schlug fehl, der Knabe wurde seiner Familie und dem Judentum nicht zurückgegeben.
Bis ins sein Greisenalter war Montefiore vorbereitet, um die Welt zu reisen, wenn seine Gegenwart nötig war. Seine Arbeit ist umso bemerkenswerter, wenn bedacht wird, daß eben in dieser Zeit, der Mitte des 19. Jahrhunderts, viele westeuropäische Juden begannen, sich von internationalen jüdischen Angelegenheiten fern zu halten, da sie der Ansicht waren, solche Aktivitäten könnten ihre patriotischen Gefühle und ihre Loyalität gegenüber ihren Ländern, die sie erst mit verschiedenen Rechten ausgestattet hatten, gefährden.
Sir Moses kehrte dieser Haltung den Rücken, ging als Jude stolz durch die Welt und sprach mit Monarchen und Ministern ohne Minderwertigkeitsgefühl. Er zeigte, daß sich kein Jude und kein religiöser Jude vor Mächtigen erniedrigen musste.
Aktivität: Moderne jüdische Solidarität
(für alle Altersgruppen geeignet)
Jetzt ist eine gute Gelegenheit, die Frage moderner jüdischer Solidarität zu untersuchen, nicht theoretisch, sondern praktisch.
- Wir schlagen vor, mit einer Gruppe jüdischer Immigranten der Gemeinde Kontakt aufzunehmen. In den letzten Jahren ließen sich viele Juden aus dem Osten in westlichen Ländern nieder, vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion. Falls es in der speziellen Gemeinde keine Immigranten gibt, kann ein Besuch in einer größeren Gemeinde geplant werden. Als Alternative ist es möglich beispielsweise eine Gruppe älterer Gemeindemitglieder zu besuchen. Es ist wichtig, daß es sich um eine Gruppe handelt, mit der die Jugend normalerweise wenig Kontakt hat.
- Mit dieser Immigrantengruppe sollte mindestens ein Treffen organisiert werden. Wenn es mehr als ein Treffen gibt, umso besser. Es sollten Verbindungen zwischen den Gruppen herausgefunden werden.
- Eine zusätzliche interessante Dynamik kann erzielt werden, wenn es zu einem weiteren Treffen mit einer ähnlichen Gruppe (so weit Alter, wirtschaftlicher Hintergrund und - falls Immigranten - verbrachte Zeit in der Gastgemeinde berücksichtigt werden) von Nichtjuden. Diese Gruppe könnte als Vergleichsbasis dienen:
*Welches waren die allgemeinen Gefühle der Gruppe gegenüber den anderen?
*Welches waren die Unterschiede und spezifischen Gefühle gegenüber der jüdischen Gruppe?
- Welche Solidaritätsgefühle gibt es mit der jüdischen Gruppe? Die Teilnehmer sind aufgefordert, die Verbindung zu artikulieren. Wenn es eine Verbindung gibt, worauf beruht sie?
- Gibt es nur allgemeine Verbindungen oder mehr?
- Glaubt die Gruppe, daß Juden für einander verantwortlich sind? Eine alte Tradition sagt, daß alle Juden für einander verantwortlich sind. Hat diese Tradition in der Gruppe Bedeutung?
- Sollten sich Juden für andere Juden verantwortlich fühlen?
- Falls ja, gibt es auf Seiten der Gruppenmitglieder die Bereitschaft, einige Aktionen zu setzen, um diese Verantwortung auszudrücken?
- Ein Hilfsprogramm für Immigranten kann ins Auge gefasst werden.
- Auch ein paralleles Programm für eine ausländische jüdische Gemeinde ist eine Möglichkeit.
- Ein Beispiel: Briefkampagne für israelische Kriegsgefangene.
Vermisst:
Es gibt eine Reihe israelischer Soldaten, die während des Libanonkrieges in die Hände verschiedener arabischer Gruppen fielen. Es ist unbekannt, ob diese Soldaten noch am Leben sind. Es gab internationale Versuche, Informationen über sie zu erhalten und ihre Rückkehr zu arrangieren.
Hilfe für eine solche Briefkampagne gibt es in der jeweiligen israelischen Botschaft.
Während der Aktivität kann die Geschichte eines Projektes von Sir Moses Montefiore erzählt werden. Wie reagiert die Gruppe auf ihn als Person? Was können wir von ihm lernen?
Das
Pädagogik Zentrum
Direktor: Dr. Motti Friedman
Web Site Manager:
Esther Carciente, esthers@jajz-ed.org.il
Deutsche Seiten: Dr. Chani Hinker
Updated: 24.04.2001