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Jochanan Ben Zakai betrachtet die Gegenwart und bedenkt die Zukunft

Diskussion über Überlebensstrategien

Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem erforderte eine Veränderung in der Struktur des jüdischen Volkes. Die gesamte Organisation der jüdischen Welt würde von nun an völlig anders sein.

Als sich die Gelehrten und zukünftigen Führer der jüdischen Welt in Jawneh versammelten, mußten sie einen Rettungsplan ausarbeiten. Es war nicht genug, zu versuchen, einen neuen Mittelpunkt zu schaffen. Das neue Zentrum würde eine neue Richtung für das Volk formulieren müssen, um den Übergang in eine Realität nach dem Tempel zu gewährleisten.

In den folgenden Generationen begann die Option von Jawneh Wirklichkeit zu werden, und die Basis einer neuen Form des Judentums mit neuen Schwerpunkten und neuen Strategien wurde gebildet. Diese Option würde das Fundament dessen werden, was wir als "rabbinisches Judentum" bezeichnen. Es war auf einer Anzahl von Hauptideen aufgebaut:

  1. Die Tora soll auf einer breiten Basis verstanden werden.

    Im letzten Teil der Zweiten Tempel Periode gab es verschiedene Wege des Toraverständnisses. Einige sahen sie als Anfang und Ende des jüdischen Lebens. Was immer auch in der Tora geschrieben stand, war für alle Juden bindend. Diese Gruppe - die Sadduzäer - nahm die Tora wortwörtlich. Sie spielten andere Traditionen herunter, denn in ihren Augen waren die Juden nur durch die Tora gebunden. Da die Opfer- und Reinheitsgesetze in der Tora den meisten Platz einnehmen, waren diese beiden Elemente die wichtigsten Bestandteile dieser Version des Judentums.
    Es gab aber auch andere Gruppen, vor allem die Pharisäer, die die Tora anders sahen. Für sie bestand die Tora aus einer Reihe von Anleitungen, die interpretationswürdig waren, um alle Sphären des Lebens zu heiligen, wie es die Tora vorsah. Die Tora sollte jeden Aspekt des menschlichen Lebens abdecken.
    Unter diesem Gesichtspunkt waren die Rabbinen von Jawneh die Erben der Pharisäer.
    Von nun an wird die Tora das ganze Leben bestimmen.

  2. Der Gelehrte, der Toraexperte würde der Führer durch das jüdische Leben sein.

    Ab jetzt war der Text die Basis des jüdischen Lebens. Um die Art und Weise zu verstehen, wie Gott die Welt wollte, wurde es notwendig, den Text er interpretieren. Die Gelehrten waren von nun an die Führer der jüdischen Welt.

  3. Das jüdische Leben wird nach einem detaillierten legalen oder halachischen System organisiert.

    Die Gelehrten unternahmen eine detaillierte Textstudie, um die legale Basis für das strukturierte Leben zu entdecken. Das einfache Wortes der Tora enthüllte nur einen Teil seiner Bedeutung. Es war klar, daß der Text gedacht war, eine umfassende Anleitung für alle Aspekte menschlicher Aktivitäten zu geben, inklusive aller neuen Situationen, die ein veränderter Lebensstil oder eine sich entwickelnde Technologie mit sich bringen würden.Der Text wurde nach Hinweisen durchsucht, damit Vorschriften für alle Lebenslagen gemacht werden konnten.

  4. Das Gebet ersetzt das Opfer; die Synagoge "ersetzt" den Tempel

    Das Gebet wurde das Medium zwischen Mensch und Gott. Das Gebet wurde entwickelt und standardisiert, so daß Juden auf der ganzen Welt dasselbe zur selben Zeit beteten. Die Synagoge, die bis dahin an zweiter Stelle nach dem Tempel gekommen war, wurde die zentrale Institution in der jüdischen Welt, bis in die Zeit, in der der Tempel wiedererrichtet werden wird. Rituale und andere Aspekte des Tempellebens wurden in die Synagoge ausgelagert. Bis zur Wiederherstellung des Tempels wurde der Opferdienst abgeschafft.

Alle diese Prinzipien wurden gemeinsam die Basis des neuen Weges, der sich aus den Bemühungen der Rabbinen in Jawneh und ihrer Nachfolger ergab.

Überlebensstrategien: Klarstellung von Werten

(Geeignet für Mittelstufen)

Zur Eröffnung schlagen wir eine Klarstellung von Werten vor.

Hinweise für den Erzieher

Allgemein kann gesagt werden, daß die Punkte 3, 4, 6, 7, 10, 12, 14, 15 und indirekt 13 wichtige Aspekte des Systems bereits seit rabbinischer Zeit sind.

Es sollte der Gruppe erklärt werden, daß viele dieser Punkte im Laufe der Zeit Teil des jüdischen Überlebens wurden. Sie wurden nicht alle gleichzeitig verwirklicht, einige erst im Laufe von Jahrhunderten.

Die einzigen, die niemals wirklich entwickelt wurden, sind die Punkte 1, 5 und 11, obwohl es in verschiedenen Zeiten viele Menschen gab, die die Punkte 1 und 5 unterstützten. Punkt 11 entwickelte sich manchmal aus völlig anderen Gründen: entweder machten es antijüdische Gesetze unmöglich, Land zu besitzen oder Antisemitismus oder die Überzeugung, es könnte ratsam sein, das Land schnell zu verlassen.

Nummer 8 war sicherlich eine zentrale Plattform, am nicht unbedingt, um Sozialisation zu unterbinden, obwohl es auch diesen Effekt hatte.

Nummer 9 entwickelte sich an vielen Orten, aber nicht aus Gründen der Separation, obwohl es sicher von einigen so gesehen wurde.

Übersicht

Am Ende sollten folgende Fragen gestellt werden:

Für jüngere Teilnehmer schlagen wir eine ähnliche Übung vor, aber mit leichteren Kategorien wie:

Krisen Bewältigen - Damals und Heute

(Passend für die Mittelstufe)

Wir schlagen eine Diskussion über die Ähnlichkeiten der Situation der Juden von Heute und jener der Zeit nach der Zerstörung des Tempels. Sicherlich gibt es große Unterschiede, aber es gibt auch die Ansicht, die Juden erfahren abermals eine Krise und brauchen wieder eine allgemeine Anleitung wie den Rettungsplan von Jawneh.

Danach sollte die Liste (siehe oben) in kleineren Gruppen bewertet werden.

Nun schlägt die Gruppe die Basis für den neuen Überlebensplan vor. Falls es wieder eine Art Sanhedrin gäbe, der von großen Teilen der Juden akzeptiert wird, könnte die Gruppe Richtlinien für Empfehlungen vorschlagen?

Die verschiedenen Vorschläge werden zusammengefaßt und in einem Gruppenprogramm vereint. Das Programm kann die Krise der jüdischen Welt betreffen, aber auch eine Krise in der Gemeinde.

Ist die Gruppe ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, können weitere Elemente hinzugefügt werden:



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Updated: 24.04.2001

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