Estherfasten

Von
Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender
Ta'anit Esther - Estherfasten - 13. Adar
Das Estherfasten wird am 13. Adar begangen, einen Tag vor Purim.
Andere Fasttage, ausser Jom Kippur, die auf einen Schabbat fallen, werden auf
Sonntag verlegt. Falls jedoch der 13. Adar auf einen Schabbat faellt, wird der
Fasttag auf Donnerstag vorverlegt, damit das Fasten nicht mit dem sonntaeglichen
Purim in Konflikt geraet. Es ist verboten, am Erew Schabbat und am Schabbat
zu fasten, damit die Schabbatvorbereitungen nicht gestoert werden.
Der Fasttag ist nach Esther benannt, denn sie sagte:
"Wohlan, versammle alle in Schuschan sich befindenden Juden! Haltet ein Fasten
meinetwegen! Esst und trinkt drei Tage nichts, Tag und Nacht! Auch ich und meine
Dienerinnen wollen ebenso fasten! So will ich dann zum Koenig gehen, und zwar
gegen das Gesetz. Komme ich dann um, so komme ich um."
Die urspruengliche Praxis war, wirklich drei Tage lang zu fasten,
wie es Esther, Mordechai und die Juden von Schuschan taten. Obwohl es die Absicht
war, Esther nachzueifern, wurden diese drei Fasttage nicht nacheinander gehalten,
sondern mit Zwischenraeumen: Montag, Donnerstag, Montag.
Um die Buerde des Fastens zu erleichtern, wurde das Fasten auf
einen Tag beschraenkt.
Esther und Mordechai fasteten im Monat Nisan. Der Estherfasttag
jedoch wird im Adar gehalten, am Vorabend des Purimfestes. Denn spaeter wurde
verboten, waehrend des Nisan zu fasten. Der 13. Adar wurde gemaess der Meinung
einiger Weiser gewaehlt, denn:
"Im zwoelften Monat - das ist der Monat Adar - am dreizehnten Tage in ihm, als
das Wort des Koenigs und sein Gesetz ausgefuehrt werden sollte, an dem Tage,
da die Feinde der Juden erwartet hatten, sie zu ueberwaeltigen, hatte es sich
so umgekehrt, dass die Juden selbst ueber ihre Hasser Herr wurden."
Der Tag des Sieges ueber die Feinde Israels wurde eher als Fast- und Trauertag
gesehen und nicht als Freudentag. So wird der 14. Adar wirklich in Erinnerung
an die Errettung der Juden gefeiert und nicht wegen der Vernichtung der Feinde.
Am 13. Adar besiegte Juda Maccabi im Jahr 160 v.d.Z. den syrischen
General Nikanor. Die Erinnerung daran wurde eine Zeitlang als Freudentag begangen.
Im Traktat Sofrim jedoch heisst es:
"Unsere Weisen in Eretz Israel waren daran gewoehnt, wegen Nikanor und seiner
Freunde nach Purim zu fasten."
Wir sehen also, dass der 13. Adar erst als Estherfasttag eingefuehrt wurde,
nachdem der "Tag des Nikanor" aufgegeben war. Das Estherfasten wurde erst spaet
eingesetzt. Rabbi Aha von Shabah, der im achten Jahrhundert lebte, ist der erste,
der erklaert, "der dreizehnte war der Tag, an dem sich die Juden sammelten."
Daher sei es ein Tag des Gebetes und des Fastens.
Am Estherfasten werden zusaetzlich zu den an Fasttagen ueblichen
Gebeten spezielle Bussgebete gesagt. Auch der Toraabschnitt fuer Fasttage wird
gelesen: Exodus 32,11-14 und 34,1-10.
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