Israel und die Palaestinenser:
Die Bewaehrungsprobe
Datum: 30. Oktober 2000
Als sich die Hohen Feiertage dem Jom Kippur naeherten, dem Versoehnungstag,
war uns keine Ruhe vergoennt. Wir erkannten die vielen Irrtuemer in der
Beurteilung, die in Israel von Einzelnen und von uns allen gemacht wurden.
Aber wir sind sicher, dass die Ausmasse der neuesten Ereignisse nicht
durch uns verursacht wurden.
Hier praesentieren wir unsere Sichtweisen und Denkanstoesse fuer Eure
Diskussionen und unser neues Online Forum.
In unseren Augen und Herzen
In diesen zehn Tagen, die im juedischen Kalender gleichzeitig Tage der
Besinnung darstellen, waren wir in Israel mit Entsetzen und Besorgnis
Zeugen des Ausbruchs palaestinensischen Terrors - und das nicht nur vor
den Fernsehschirmen. Wir sind dem Sturm zurueckhaltend begegnet, aber
es ist verstaendlich, dass uns die beispiellosen synchronen Wellen der
vom Mob ausgefuehrten Angriffe, die Szenen des Blutvergiessens und der
Zerstoerung, die von den meisten Weltmedien als "unbewaffneter Protest"
bezeichnet wurden, zu Tode geaengstigt haben.
Wir sind auch bestuerzt durch die Verwicklung palaestinensischer Kinder
in die gewaltsamen Szenen: dass Eltern ihre Kinder in den Strassenangriffe
schicken und sie der Gefahr aussetzen, ist in einer zivilisierten Gesellschaft
undenkbar. Der Ursprung dieser geplanten Gewalt liegt zweifellos bei der
palaestinensischen Fuehrung. Das palaestinensische Fernsehen verbreitet
diese aufhetzende Propaganda. Sie wird dann durch die paramilitaerischen
palaestinensischen Jugendtruppen und die bewaffnete Polizei gemeinsam
mit vielen Kindern und Jugendlichen, die in eine aehnliche Wut gehetzt
wurden, in die Tat umgesetzt. Diese Propaganda erreichte auch eine kleine
Minderheit empfaenglicher israelischer Araber, obwohl sich dieser Sektor
wieder beruhigt hat und die Fuehrer der israelischen Araber gezeigt haben,
dass die Fuehrung ist, die den Ton der Versoehnung angibt.
Wir erwarten Entwicklungen oder Fortschritte in einer bisher ungekannten
gespannten Atmosphaere.
Aufruf, die oeffentliche Ordnung zu respektieren
Seit Sonntag, dem 8. Oktober 2000, liessen sich israelische Juden, die
sich ab dem Ausbruch der Unruhen auf Israels Strassen in ihren Siedlungen
und Staedten zusammenschlossen, auf Vergeltungsschlaege fuer die traumatische
Belagerung ihrer Personen, Haeuser und ihres Lebensunterhaltes eingelassen.
Unsere Fuehrung und unsere Polizei machten keinen Unterschied zu den Urhebern
dieser Gewalttaen. Die Ordnung wurde rasch und weitreichend wiederhergestellt.
Viele bekannte kriminelle Elemente und israelische Provokateure wurden
aufgegriffen.
Diese Taten koennen nicht gerechtfertigt oder entschuldigt werden. Sie
wurden von israelischen Parlamentsabgeordneten, Gemeindefuehrern und prominenten
Persoenlichkeiten gaenzlich verurteilt. Am Dienstag, den 10. Oktober 2000
veroeffentlichen Staatspraesident Moshe Katsav, Ministerpraesident Ehud
Barak und Oppositionsfuehrer Ariel Sharon ein gemeinsames Statement, in
dem sie an alle Juden appellieren, von diesen Angriffen auf Menschen und
ihr Eigentum Abstand zu nehmen, die Grundrechte unser Gesellschaft zu
respektieren und die Koexistenz zu bewahren. Vor dem Gesetz sind alle
gleich und wird gegen jeden angewandt, der den Frieden bricht.
Ueber Israel hinaus
Das Bild reicht auch ueber Israel hinaus und zweifellos war sein Einfluss
aehnlich verheerend. Juedische Gemeinden der Diaspora und Vertreter des
Staates Israel wurden zur Zielscheibe fuer Bombenanschlaege, Vandalismus
und viele andere Ausdrucksformen anti-israelischer und antisemitischer
Empfindungen: Drohungen und tatsaechliche Angriffe. Dieser Hass hat eine
lange und dunkle Geschichte: in einigen Laendern ist er die "Leiche im
Keller", in anderen sind die Regierungen auf dem Auge des Terrorismus
blind. Das Feuer wird nicht ueber Nacht geloescht werden koennen - auch
nicht im liberalen Westen.
Die Zukunft
Zu diesem Bild gibt es eine kritische Kehrseite: der Urheber der Gewalt
manipulierte nicht nur den Augenblick und die Botschaft, er erreichte
auch durch die Medien eine schreckliche Schau der Staerke, die als "Kriegsdrohung"
vermittelt wurde.
Was immer jetzt auch geschieht, ob und wann der Vorsitzende Arafat seine
Meinung aendert: Israel wird mit den schrecklichen menschlichen, sozialen
und wirtschaftlichen Folgen dieser sinnlosen Tage und den Schwierigkeiten
bei der Wiederherstellung unseres normalen Lebens zurueckbleiben, waehrend
Arafat von seinen Unterstuetzern und den verschiedenen internationalen
Organisationen zum Helden gemacht wird.
Denkanstoesse
Empfehlungen von Quellenmaterial und Artikeln:
Ein zum Denken anregender Artikel von Sever Plotzker : http://frontpagemag.com/archives/foreignpolicy/plotzker10-09-00.htm
Die ausgezeichnete Praesentation der ADL: http://www.adl.org/frames/front_anti_israel_violence.html
Ebenso verfuegbar auf der ADL Website: How to Fight Hate - Wie man Hass
bekaempft
Was steckt hinter der Logik der Situation:
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A21390-2000Oct6.html
Neueste Entwicklungen: http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0i0f0
Cleveland Jewish Education Center: http://www.jecc.org/edres/curric/irc/mecrisis.htm
New York Times: http://www.nytimes.com/learning/teachers/lessons/001013friday.html
Website der IDF: http://www.idf.il/english/announcements/2000/october/12.stm
Bilder der beiden Soldaten: http://www.idf.il/english/announcements/2000/october/13.stm
Wiesenthal Center ueber die weltweiten antisemitischen Vorkommnisse:
http://www.wiesenthal.com/itn/pr101900.html
Protest gegen anti-israelische Resolutionen: http://www.wiesenthal.com/itn/pr102000.html
Hebraeisch:
http://www.idf.il/hebrew/news/main.stm
http://www.start.co.il/startnews.asp
http://www.haaretz.co.il/news/index.stm
http://images.maariv.co.il
http://www.nana.co.il/
Fragen, die wir uns selbst und Euch stellen:
Welchen Wert hat Leben wirklich fuer jene, die mit dieser wuetenden Gewalt,
die wir jetzt um uns sehen, denken und handeln.
Wir denken ueber die Werte nach, die unsere Demokratie beschuetzen muss,
und vergleichen zwischen uns und der Palaestinensischen Autonomie:
· Die Sicherheit und das Leben unserer Kinder und Erwachsener;
· Die Gleichheit aller;
· Die Kraft des Gesetzes;
· Das Streben nach Frieden und Verstaendnis.
Wie kann diese Demokratie angesichts dieser Herausforderungen am besten
geschuetzt werden?
· Der langfristige Aufbau einer Gesellschaft, diese Grundlagen muessen
von uns allen sichergestellt und geteilt werden;
· Es muss auch Respekt fuer die legitime und gleiche Anwendung des Gesetzes
geben.
Diskussionspunkte:
· Welche Werte sind grundlegend fuer die Schaffung von Frieden?
· Wie koennen diese durch die Fuehrung sichtbar gefestigt werden?
Was wir empfinden:
· Qual, das unsere unschuldigen Buerger angegriffen und getoetet wurden;
· Angst, da drei unserer Soldaten von der Hizbollah entfuehrt und als
Geiseln festgehalten werden und da Terrorakte angedroht wurden;
· Schmerz ueber die palaestinensischen Verluste - Israel jubelte nicht
ueber den Verlust palaestinensischer und arabischer Leben;
· Verwirrung und Befremdung, da die Palaestinensische Autonomie in ihrer
Fuehrung, ihren offiziellen Vertretern in Fernsehen und Radio, ihren Moscheen
und Zeitungen absichtlich zur Gewalt auffordern;
· Entschlossenheit, fuer uns selbst, unsere Familien und unsere Voelker
in Israel eine lebenswerte Zukunft aufzubauen.
Wir laden Euch ein, unser neues Forum zu besuchen:
http://www.jajz-ed.org.il/forums/Thread.cfm?CFApp=17&Thread_ID=588&mc=1
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