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Atlit
Die illegale Einwanderung
Vor und nach der Shoah limitierte die britische Mandatsregierung die Anzahl
der Juden, die in Palästina einwandern durften. Dies wurde von den Juden
des Jischuw als direktes Hindernis bei der Erfüllung der zionistischen
Idee betrachtet. Freie Einwanderung war in Theorie und Praxis ein zentraler
zionistischer Wert. Daher kämpfte der Jischuw aktiv und unaufhörlich
gegen diesen Teil der britischen Politik.
1939 gab die britische Regierung ein Weissbuch heraus, in dem die Einwanderung
für die kommenden fünf Jahren auf 75.000 Menschen pro Jahr beschränkt
wurde. Zwischen Mai und September kamen 15.000 "Illegale" an.
Während des Zweiten Weltkrieges verschob der Jischuw seinen Kampf gegen
die Briten und volontierte an der Seite der Alliierten.
Die illegale Einwanderung ging während des Krieges weiter. Eine der tragischsten
Geschichten ist jene der "Struma", einem Schiff mit rumänischen
Flüchtlingen. Dem Schiff, dessen Motor schwach war, gelang es, Istanbul
zu erreichen. Es lag 70 Tage vor vor der Stadt. Die Briten verweigerten die
Einwanderung in Palästina und die Türken weigerten sich, die Passagiere
an Land gehen zu lassen oder den Motor zu reparieren. Am Abend des 23. Februar
1942 wurde das Schiff in das Schwarze Meer geschleppt und dort seinem Schicksal
überlassen. Es wurde von einem Torpedo eines russischen U-Bootes versenkt
und mehr als 700 Flüchtlinge ertranken.
Nach dem Krieg ging der Kampf gegen die Briten weiter. Am 10. Oktober 1945
brachen Palmachtruppen in das Lager von Atlit ein, in dem illegale Einwanderer
festgehalten wurden, und befreiten die Insassen in einer kühnen Aktion.
Die Flucht aus Atlit
Bevor die Briten begannen, die meisten jüdischen Flüchtlinge
nach Zypern zu schicken, hielten sie sie in Lagern in Palästina fest. Atlit
war eines dieser Lager. Das Lager wurde angegriffen, da die Briten auf den Aufruf
des Anglo-Amerikanischen Komitees, 100.000 Flüchtlinge ins Land zu lassen,
nicht reagierten.
Soldaten des Palmach wurden als Hebräisch- und Sportlehrer
im Camp plaziert.
Um ein Uhr früh betraten die Palmachtruppen das Lager so leise, dass viele
Insassen geweckt werden mussten. Kommandant dieser Aktion war Jitzchak
Rabin.
Drei Strassensperren verhinderten die Ankunft britischer Verstärkung.
An einer Sperre postierten sich britische Polizisten und begannen zu schliessen.
Ein arabischer Polizist wurde getötet und ein Engländer verwundet.
Mehr als 200 Lagerinsassen wurden befreit und machten sich
auf den Weg nach Beit HaOren. Ein Konvoi von Palmachfahrzeugen war dazu vorgesehen,
die Briten in die Irre zu führen. Durch einen Navigationsfehler fuhr er
direkt in einen Konvoi britischer Soldaten. Daher wurde schnell entdeckt, dass
sich die Flüchtenden in Beit HaOren befanden. Polizei umstellte den Kibbutz,
um eine weitere Flucht zu verhindern.
Inzwischen hatte sich die Kunde vom Ausbruch bis Haifa verbreitet.
Viele kamen, und umringten den Kreis britischer Polizei. Dies erzeugte genug
Verwirrung, um den Flüchtenden die Möglichkeit zu geben, durchzuschlüpfen
und ihren Weg zu Fuss zum fünf Kilometer entfernten Kibbutz Yagur fortzusetzen.
Der psychologische und strategische Erfolg waren enorm. Die
Juden hatten keine Verluste zu beklagen. Ein britischer Polizist wurde getötet.
Das ganze Lager war befreit worden. Und die Geschichte der Leiden jüdischer
Überlebender der Konzentrationslager fand ihren Weg zurück auf die
Titelseiten der internationalen Zeitungen.
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