Peki'in
Wenn man in Peki'in, mit der überwältigenden drusischen Bevölkerung, um sich blickt, könnte man denken, dass der Ort wie irgendein arabisches Dorf im Norden Israels aussieht. Weit entfernt von den Hauptstrassen, blieb es von den Einflüssen des modernen Lebens fast unberührt.
Peki'in ist ein Dorf mit einem Geheimnis, einem menschlichen Geheimnis, das von zwei alten Frauen aus der Zinati Familie gehütet wird. Das Geheimnis besteht in der kontinuierlichen jüdischen Existenz, die fast zweitausend Jahre lang andauert. Die Familie Zinati erhebt den Anspruch der Präsenz in diesem Dorf seit der Zeit Bar Kochbas, oder sogar früher!
In der jüdischen Tradition ist Peki'in berühmt als der Platz, an dem sich die Höhle befindet, in der sich Shimon bar Yochai und sein Sohn dreizehn Jahre lang während des Bar Kochba Aufstandes vor den Römern versteckten.
Die Legende erzählt, wie sich Rabbi Shimon und sein Sohn von Quellwasser und den Früchten eines wunderbaren Johannisbrotbaumes ernährten und dass sie die Zeit mit dem Schreiben von mystischen Büchern verbrachten.
Es scheint, dass es einmal in Peki'in eine grosse jüdische Gemeinde gegeben hat, aber im Lauf der Jahrhunderte wurde sie kleiner. Um in einer zunehmend nichtjüdischen Umgebung eine Kontinuität zu finden, nahmen die Juden von Peki'in die Äusserlichkeiten der Umgebung an. Sie sprachen arabisch und kopierten den Lebensstil ihrer Nachbarn. Aber das religiöse Leben wurde streng getrennt. Auf allen anderen Gebieten konnten sie Kompromisse schliessen, aber sie wussten, wo die Grenze lag. Trotz der guten Beziehungen mit ihren Nachbarn, waren die Bedingungen schwer und die Gemeinde wurde kleiner.
Im 17. Jahrhundert wurde die Gemeinde durch einige Familien aus Galiläa wieder etwas vergrössert. Damals wurde die Synagoge von Peki'in, die heute noch existiert, errichtet. Aber die Wiederbelebung war nur temporär, und die Anzahl der Juden in Peki'in verringerte sich.
Jahrhundertelang wurden jüdische Reisende, die auf der Suche nach der Höhle Shimon bar Yochais waren, durch die Tatsache überrascht, arabisch sprechende jüdische Bauern an diesem abgelegenen Ort vorzufinden. Wenn wir den Berichten einiger Reisender aus dem 18. und 19. Jahrhundert folgen, können wir den Niedergang der jüdischen Gemeinde von Peki'in von zehn Familien zu einer Handvoll beoachten:
1764
in Peki'in gibt es Juden, einige fünfzig Haushalte, sie Arbeiter auf den Feldern und den Weinbergen ... Und Peki'in ist voller guter Sachen: in diesem Gebiet mangelt es an nichts. Wasser fliesst in den Tälern und von den Hügeln. Und da ist der riesige Johannisbrotbaum von Rabbi Shimon bar Yochai. Jetzt ist er alt und trägt keine Früchte. Alle Nichtjuden betrachten ihn als heilig. Wenn ein Ast herunterfällt, wird er nicht benutzt, nicht einmal als Feuerholz. Ein Reisekamerad erzählte mir, dass der Baum so gross ist, dass er mit einigen anderen Männern hoch oben sass und Kabbalah lernte.
(Simcha ben Joshua von Zalazich)
1824
Peki'in ist eine sechs Stunden Ritt von Safed entfernt. Ein Pferd für die Reise kostet zwei Grusch, ein Kamel drei und ein Esel eineinhalb Grusch. Peki'in liegt in einem Tal. Es ist voller Zitronenbäume und süsser Äpfel. Milch, Butter, Käse und Honig werden in ganz Eretz Israel und an der Mittelmeerküste bis Damaskus ausgeliefert. Es wird Arabisch gesprochen. Es gibt viele Quellen und das Wasser ist ausgezeichnet. Ungefähr zwanzig jüdische Familien leben hier, Einheimische. Die meisten haben Ziegen und Schafe. Und eine kleine Synagoge gibt es auch.
(David von Wilna)
1876
Das Dorf Peki'in liegt in der Nähe von Tiberias. Aber ich konnte es nicht erreichen, da die Strassen zu schlecht sind. Ich habe den Schächter von Peki'in getroffen, der mir erzählte, dass es dort nur zwölf jüdische Familien gibt. Sie bearbeiten nicht wie früher das Land, da sie keine Felder und Weingärten besitzen.
(Rachamim Oppetecker aus Jerusalem)
Am Vorabend der arabischen Unruhen 1936 wurde der Rest der jüdischen Gemeinde von den Briten evakuiert.
Ein Jahrzehnt später, nach der Gründung des Staates Israel, kehrte eine Familie - die Zinatis - zurück.
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