Petach Tikwah
Petach Tikwah
Die Stadt Petach Tikwah, nur wenige Kilometer oestlich von Tel Aviv gelegen, wurde 1870
von einer Gruppe religioeser juedischer Pioniere aus Jerusalem gegruendet,
die sich entschlossen hatten, Bauern zu werden und ein Dorf zu errichten.
Sie nannten ihr Dorf Petach Tikwah („Tor der Hoffnung") nach dem goettlichen
Versprechen, das vom Propheten Hosea (2:17) formuliert wird:
„Und ich werde ihr das Tal Achor geben, als Tor der Hoffnung."
Petach Tikwah war das erste Dorf des Landes und wurde spaeter als „Mutter der
Moschawot" bekannt, der kooperativen Siedlungen, in denen jedes Mitglied einen Teil
des Bodens besitzt. Die urspruenglichen Siedler von Petach Tikwah wurden bald von der
Malaria, einer enttaeuschenden ersten Ernte und Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe
gezwungen, ihr neu erworbenes Land wieder zu verlassen.
1883 wurde von BILU Immigranten ein zweiter Besiedlungsversuch unternommen. Auch sie
waren mit vielen Problemen konfrontiert: sie hatten keine landwirtschaftlichen Erfahrungen
und kein Geld; sie wurden von Arabern ueberfallen und von den tuerkischen Behoerden
schikaniert. Die meisten dieser Schwierigkeiten konnten ueberwunden werden, als Baron
Edmond de Rothschild, ein reicher franzoesischer Philantrop, die Trockenlegung der Suempfe
finanziell unterstuetzte und zeitweilig die Verwaltung der Moschawasiedlung uebernahm. Um
das Problem der arabischen Uebergriffe zu loesen, organisierten die Siedler eine
Waechtergruppe, die die Pluenderer vertrieb. Im arabischen Aufstand von 1921 wurden vier
junge Siedler getoetet.
Nachdem die Suempfe trockengelegt und Zitrushaine gepflanzt worden waren, wurden immer
mehr Siedler, darunter Immigranten, von Petach Tikwah angezogen. Wegen seiner zentralen
Lage innerhalb des juedischen Siedlungsgebietes, expandierte Petach Tikwah und wurde 1939
zur Stadt, mit einer Bevoelkerung von ueber 20.000. Zu dieser Zeit war Petach Tikwah das
Vermarktungszentrum fuer die Produkte der regionalen Landwirtschaft und Industrie.
1990 lebten 144.000 Menschen in Petach Tikwah, das sich zu einer Industriestadt
(Metall, Autoreifen, Textilien, Lebensmittel) entwickelte. Auch die Landwirtschaft,
besonders der Anbau von Zitrusfruechten, spielt in Petach Tikwahs Wirtschaft noch immer
eine grosse Rolle, wenn auch an zweiter Stelle.
Die baertigen Pioniere, die vor 100 Jahren dieses erste juedische Dorf gruendeten,
oeffneten damit ein weites „Tor der Hoffnung", durch das Generationen von
Fluechtlingen und Immigranten schritten und herzlich willkommen geheissen wurden.
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