Kfar Nachum

Kfar Nachum (Capernaum, Kapharnaum)

Kfar Nachum liegt am Nordufer des Kinneret, 15 km nordwestlich von Tiberias.

Im Neuen Testament erscheint Kfar Nachum als der von Jesus gewählte Wohnort nach der Verhaftung Johannes des Täufers. "Er verliess Nazareth und kam nach Kapharnaum am See, im Gebiet von Sebulun und Naphtali" (Matth. 4, 13). Es wird auch berichtet, dass er an einem Schabbat in der Synagoge predigte und lehrte. "Sie gingen nach Kapharnaum hinein, und gleich am Schabbat ging er in die Synagoge und lehrte" (Mark 1, 21). Kfar Nachum war der Sitz eines Zollhauses (Matth. 9, 9). Mehrere Apostel stammten aus Kfar Nachum: Die Brüder Simon Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes.

Obwohl Jesus am Ende die Bewohner von Kfar Nachum wegen ihres Glaubensmangels rügte (Matth. 11, 23), gab es dort bis in die talmudische Zeit eine Judenchristengemeinde.

In hellenistischer und römischer Zeit war Kfar Nachum eine wichtige jüdische Siedlung. Archäologische Ausgrabungen haben beeindruckende Funde zutage gebracht: Gebäude, Säulen, Kapitelle, Tür- und Fensterstürze. In der Nähe eines aus schwarzem Basalt bestehenden Wohnviertels befinden sich die Ruinen einer Synagoge aus dem späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert, die aus Marmor und Kalkgestein erbaut wurde. Die Synagoge gehört zu den am besten erhaltenen galiläischen Synagogen des früheren Typus.

Die Synagoge misst 360 Quadratmeter und besteht aus einer basilikaähnlichen Halle mit einem grossen und zwei kleinen Eingängen in der nach Süden (Jerusalem) ausgerichteten Fassade. Die Fassade ist mit Ornamenten geschückt: über dem Haupteingang befindet sich ein grosses, halbkreisförmiges Fenster mit einem bildhauerisch bearbeiteten Fries rundherum. Die Basis des dreieckigen Giebels ist im "syrischen" Stil gebogen. Die Halle weist zwei parallele Säulenreihen der Länge nach auf, sowie eine Querreihe und steinerne Bänke entlang der Wände. Das Innere ist undekoriert, es gibt auch keinen Hinweis auf den Torahschrein. Stufen an der Aussenseite führen auf eine Gallerie (wahrscheinlich für die Frauen). Die Wand der Gallerie war mit einem aufwendigen steinernen Fries verziert, in dem Pflanzen aus dem heiligen Land, jüdische religiöse Symbole und magische Symbole dargestellt wurden. Ein Kolonnadenhof mit Vorbauten links von der Halle diente wahrscheinlich als Gästehaus.

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