Jordan

Nahal Keziv

Der Keziv gehört zu den schönsten Flüssen Israels. Er ist 20 Kilometer lang, einer der grössten Flüsse westlich der Wasserscheide in Israel und eines der wenigen Flussbetten, in denen das ganze Jahr hindurch Wasser fliesst.
Die Quelle des Keziv befindet sich auf dem Berg Meron. Einen Kilometer nördlich des Kibbutz Gesher Haziv mündet er ins Mittelmeer.
Auf dem Weg des Keziv können drei Landschaftsformen unterschieden werden: Der obere Teil, das Quelleinzugsgebiet am Meron; der Untere Keziv, Nahal Zever, Nahal Admonit, Nahal Afim, Nahal Moran bis Nahal Peki'in, der sich südöstlich von Ma'alot in den Keziv ergiesst. Die Wasser kommen vom Südteil des Meron. Der zentrale Teil des Keziv, wo das Wasser eine tiefe Schlucht in den Kalkstein geschnitten hat, mit steilen Terrassen, die Hügel bilden, die mit reicher mediterraner Vegetation bedeckt sind. Schliesslich fliesst der Keziv durch das fruchtbare Schwemmland von Westgaliläa, bis er das Mittelmeer erreicht.

Das Quelleinzugsgebiet umfasst ca. 140 Quadratkilometer, 120 davon befinden sich auf den Meronbergen, dem regenreichsten Teil Israels, mit einer jährlichen Durchschnittsregenmenge von 1000 Millimeter. Einige grosse Quellen im mittleren Teil des Flusses bringen zusätzlich Wasser.
In der Nähe des Dorfes Ma'alot liegt Ein (="Quelle") Ziv mit einem Stundenmenge von 600 Kubikmeter, westlich davon in einer Felsspalte eines Abhanges ist Ein Tamir, 45 Kubikmeter pro Stunde. In der Nähe der Burg Montfort gibt es zwei kleinere Quellen, Ein Beratot und Ein Matzor. Fünf Kilometer westlich der Burg befindet sich die letzte grosse Quelle des Keziv: Ein Hardelit. Eine andere kleine Quelle westlich davon hat keinen Einfluss auf die Landschaft, da ihr Wasser direkt vom Boden aufgenommen wird.
Die israelische Wassergesellschaft "Mekorot" baute in der Nähe von Ein Ziv und Ein Hardelit Pumpstationen und legte eine 24 Zoll Pipeline entlang des Flusses, um Ein Ziv und Ein Hardelit zu verbinden. Dafür wurde im Flussbett ein Pfad gebaut. Das Wasser wird in den Siedlungen in Westgaliläa benutzt.

Der Keziv wurde bis Ein Hardelit zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Wassernutzung hatte auf die Landschaft des Flussbettes einen weitreichenden Einfluss, die Vegetation änderte sich. In der Vergangenheit wuchsen auf einer Strecke von zwölf Kilometern entlang des Flusses Platanen, heute nur mehr auf 3, 5 Kilometer.
Um die noch existierende spezielle Vegetation des Keziv zu erhalten, ist Mekorot verpflichtet, einen Wasserfluss von 100 Kubikmeter pro Stunde zu sichern. 45 Kubikmeter von Ein Ziv, die gesamten 45 Kubikmeter von Ein Tamir und 15 Kubikmeter von den kleinen Quellen in der Nähe von Montfort, Ein Beratot und Ein Matzor.
Trotz dieser Veränderungen bieten das Flussbett und die umliegenden Hänge immer noch eine vielfältige Vegetation mit Bäumen wie Arbutus, Kreuzdorn, Ahorn, Lorbeer, Platane, Farnen und Blumen. Das Grosse Löwenmaul und Glockenblumen blühen von März bis Mai. Wermut, eine aromatische Pflanze gedeiht auf kahlen Felsen. Einige seltene Arten wie weisse Lilien blühen in kleinen Mengen Anfang Mai.
In der Vergangenheit nisteten Adler auf den Hängen. Die Nationalparkverwaltung unterstützt die Rückkehr dieser Tiere. In der Antike lebten hier Hirsche, die jedoch ausgerottet wurden. Einige kehrten zurÚck und leben im Reservat.
Bis 1948 gab es am Fluss viele mit Wasserkraft betriebene Getreidemühlen. Heute können die Überreste von zwölf Mühlen besichtigt werden. Die Mühle von Shufani, eines Bewohners des christlich-arabischen Dorfes Ma'ilia arbeitete bis 1959. In der Nähe befinden sich die Reste eines Dammes und eines Gebäudes, die zum landwirtschaftlichen Komplex der Burg Montfort gehörten.

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