Aschkenasischer Oberrabbiner des Staates Israel
Isser Yehuda Unterman, der zweite aschkenasische Oberrabbiner des Staates
Israel, wurde 1886 in Brest-Litovsk (Brisk) geboren. Sein Vater war Lehrer.
Unter Untermans Vorfahren finden wir Rabbiner Jom Tov Lipman Heller (1579 -
1654), Verfasser des Mischnah Kommentars "Tosefot Jom Tov" und Rabbiner
Shaul Wahl Katzenellenbogen (1540 - 1616). Über ihn erzählt die Legende,
er sei für einen Tag zum polnischen König gewählt worden.
Bereits in jungen Jahren war Unterman als "Illui von Brisk" bekannt.
1898 wurde er eingeladen, ein Gründungsstudent der Yeshiva Anaf Etz Chaim
in Maltsch zu werden. Kurze Zeit studierte er auch an der Mir Yeshiva, kehrte
jedoch später nach Maltsch zurück.
Nach seiner Heirat setzte Unterman seine Studien im Kollel derVolozhiner Yeshiva
fort, wo er ordniert wurde. Während seiner Studien in Volozhin eröffnete
er eine Yeshiva im Nachbarort Visnhova. Diese Yeshiva war sehr erfolgreich,
sogar der Hafetz Chaim schickte seinen Neffen. Unterman erkrankte an Laryngitis,
und dies beendete seine Karriere als Lehrer. Er wählte das Rabbinat. Unterman
wurde Rabbiner in Mohilna, in der Nähe von Minsk. Später übersiedelte
er nach Amstibova.
1923 wurde Unterman Rabbiner in Liverpool. Er lernte sofort fliessend Englisch
und gewöhnte sich rasch an seine Position. Er arbeitete mit der Jugend
der Gemeinde und vereinte alle jüdischen Gemeinden Liverpools unter einer
Dachorganisation. Er stärkte die örtliche Yeshiva und brachte Studenten
aus Deutschland und anderen Ländern. Er gründete auch eine Talmud
Torah Akademie.
Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg lehnte er es ab, seinen Posten
zu verlassen. Aber er besuchte regelmässig die Mitglieder seiner Gemeinde,
die auf verschiedene Dörfer aufgeteilt waren, und jüdische Internierte
in den Ausländerlagern. Unterman gründete ein Heim für Flüchtlingskinder
ausserhalb von Liverpool.
1946 wurde Unterman zum Oberrabbiner von Tel Aviv-Jaffa gewählt. Wie auch
in Liverpool stärkte er Torah Institutionen und öffentliche Dienste,
wie die Rabbinatsgerichte. Er diente als Mitglied des rabbinischen Rates.
1956 wurde er zum Oberrabbiner des Staates Israel ernannt. Er nützte seine
Position und förderte zum Beispiel das Verständnis zwischen der religiösen
und ncihtreligiösen Bevölkerung.
Unterman schrieb viele Responsen zu halachischen Problemen. In diesen Responsen
wandte er auf eine neue und praktische Weise die Methode an, die er in seiner
Jugend in den Yeshivot gelernt hatte. Unter den diskutierten Themen sind: das
Prinzip von Pikuach Nefesch, die Verlässlichkeit ärztlicher Gutachten
für das jüdische Gesetz, Heirat und Scheidung, Fragen des religiösen
Status, Herztransplantationen und Konversion.
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