Nechama Leibowitz (1905-1997)
Bibelwissenschaftlerin, Kommentatorin und Lehrerin
Nechama Leibowitz, die Schwester von Jeschajahu Leibowitz, wurde in Riga geboren,
in Berlin erzogen und uebersiedelte 1930 nach Eretz Israel. Viele Jahre unterrichtete sie
am Mizrachi Lehrerinnenseminar an der Universitaet Tel Aviv und an anderen Schulen,
darunter die Hesder Jeschiwot.
1942 begann sie Seiten mit Fragen ueber den woechentlichen Toraabschnitt zu
vervielfaeltigen und zu verteilen. Im Laufe der Jahre wurden diese „Seiten" ihr
Markenzeichen, und es gelang ihr, immer mehr Publikum zu erreichen. Leibowitz war
Kommentatorin im israelischen Radio
und erhielt 1956 den Israel Preis fuer Erziehung.
Nechama Leibowitz starb 1997 in Jerusalem.
Sie wurde 1968 Professorin an der Tel Aviver Universitaet und war in der Oeffentlichkeit
bekannt. Die Studenten nannten sie einfach „Nechama", und ihr bevorzugter Titel war
„Lehrerin". Ihr Zugang zur Bibel war aktiv, durch ihre gedankenanregenden Fragen forderte
sie von ihren Studenten, eine aehnlich aktive Rolle dem Text gegenueber einzunehmen. Viele
Jahre bestanden Leibowitz´ „Seiten" nur aus Fragen, und es ist der Beharrlichkeit der
Studenten zu verdanken, dass sie spaeter bereit war, Antworten zu den Fragen zu
veroeffentlichen, nicht jedoch ohne neue Fragen fuer weitere Studien anzuhaengen.
Ihre Interpretationen reflektieren ihre enorme Kenntnis der traditionellen und modernen
Bibelkommentatoren und zeigen ihre Einfuehlsamkeit in die religioese, literarische und
psychologische Bedeutung des Textes. Sie wollte ihre Studenten mit der Liebe zur Bibel
erfuellen
und mit dem Glauben, dass ihre Bedeutungsebenen vom Leser erschlossen werden muessen.
Leibowitz´ „Seiten" wurden in viele Sprachen uebersetzt und erreichten Studenten und
Lehrer in aller Welt. Spaeter wurden sie gesammelt und in Buchform als „Studien ueber die
woechentlichen Toraabschnitte", „Studien ueber Bereschit" und Studien ueber die anderen
Buecher der Tora herausgegeben. Leibowitz gehoert zu den fuehrenden Bibelwissenschaftlern
des zwanzigsten Jahrhunderts und ist auch ein Rollenmodell
fuer orthodoxe Wissenschaftlerinnen und Lehrerinnen.
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Updated: 11/12/00