Wirtschaft
- Nach der Staatsgruendung 1948 sah sich Israel auf wirtschaftlichem Gebiet
vor verschiedene Probleme gestellt, die teilweise auch heute noch aktuell
sind: Die meisten Einwanderer hatten keine Berufsausbildung, das Land
hat kaum Bodenschaetze, es herrscht Wassermangel, die Verteidigungskosten
sind hoch, hoher Lebensstandard, Inflation, ein begrenzter Markt im Land,
der die Massenproduktion beschraenkt. Die Regierung fuehrte strenge Rationierungsmassnahmen
ein. Trotzdem erlebte die israelische Wirtschaft durch die schnelle Zunahme
der Arbeitskraefte und der Produktivitaet, der Verbesserung der Ausbildung,
hohe Besteuerung und auslaendisches Kapital (Reparationszahlungen Deutschlands,
Spenden des Weltjudentums, Kapital der Einwanderer, Wirtschaftshilfe der
Vereinigten Staaten und der Weltbank) bald einen Aufschwung. Schon vor
der Staatsgruendung hatte die Arabische Liga einen wirtschaftlichen Boykott
erklaert, der Anfang 1946 in Kraft trat. Erst nach der Friedenskonferenz
von Madrid kam es zu einer langsamen Aufloesung.
Israels groesster wirtschaftlicher Erfolg liegt in der Landwirtschaft.
Durch die Ausweitung der bewaesserten Gebiete konnte die Qualitaet der
landwirtschaftlichen Produktion erhoeht werden. Die Kultivierung von Zitrusfruechten,
der Anbau von Erdnuessen, Bananen, Zuckerrueben, Baumwolle, Getreide,
Gemuese, Obst und Blumen konnte erhoeht werden. Das Hauptproblem der Landwirtschaft
ist der Wassermangel. Die Nationale
Wasserleitung, die 1964 fertiggstellt wurde, leitet Wasser vom Kinneret
in die Kuestenebene und in die Negev.
Israel nuetzt jeden Tropfen Wasser. Pflanzen gedeihen unter einer Plastikfolie,
um die Verdunstung zu vermindern. Felder, Plantagen, Gaerten werden durch
Tropfbewaesserung mit Wasser versorgt. Schlaeuche, die am Boden ausgelegt
werden, leiten das Wasser an die Wurzeln. Wolken werden mit Silberjod
beschossen, um die Regenmenge zu erhoehen, zehn Prozent des Wassers wird
wiederaufbereitet. Die Landwirtschaft, die in der Negev betrieben wird,
benutzt mit grossem Erfolg das Brackwasser aus dem Untergrund. Diese Irrigation
mit Brackwasser gehoert zu den Ergebnissen der engen Zusammenarbeit zwischen
wissenschaftlicher Forschung und Landwirtschaft, die von der Regierung
gefoerdert wird.
Zu den wichtigsten Bodenschaetzen Israels gehoeren die Mineralien aus
dem Toten
Meer, wo in den Dead Sea Works in Sdom Pottasche, Brom- und Kalisalze
sowie Kochsalz (Salzgaerten) erzeugt wird. In einigen Berggebieten findet
man Zement, Gips und Marmor. Vor allem aber die Negev kann mit Bodenschaetzen
aufwarten. In Timna bei Eilat
wird Kupfer abgebaut, im Machtesch HaGadol findet man Quarzsand fuer die
Glasindustrie, Kaolin zur Keramikherstellung und Phosphat fuer Kunstduenger,
ausserdem etwas Eisenerz und Uran.
Israel ist zwar arm an Kohle, Erdoel oder Wasserkraft, aber reich an Sonne
und treibt deshalb die Nutzung der Sonnenenergie voran.
Israels Industrie hat einen hohen Stand. Erst in den Sechziger Jahren
erhielt die Entwicklung einer modernen Industrie in Israel Bedeutung.
Da das Land kaum Rohmaterialen besitzt, dafuer jedoch hochqualifizierte
Arbeiter, konzentriert sich die Industrie auf die Entwicklung und Herstellung
von Produkten und auf technologische Innovation. Israel ist einer der
weltweiten Marktfuehrer fuer Computer Hardware und Software. Ueber 80
Prozent aller Diamenten werden in Israel geschliffen. Das Zentrum der
Diamantenverarbeitung ist Netania,
die Diamantenboerse hat ihren Sitz in Tel
Aviv. |