Intifada
- Der Aufstand der Palaestinenser in den besetzten Gebieten begann am
8. Dezember 1987. Dieses "Aufruetteln" (Intifada auf arabisch) kam nach
mehr als zwanzig Jahren israelischer Besatzung und wurde durch das Ansteigen
der Arbeitslosigkeit unter den palaestinensischen Arabern ausgeloest.
Die Intifida nahm eine Reihe von verschiedenen Formen an: Boykott israelischer
Waren, Angriffe gegen israelische Zivilisten und Siedler, Demonstrationen
und Steinwuerfe Jugendlicher und Kinder gegen israelische Soldaten.
Die Arbeiterpartei und der Likud waren sich einig, dass die Intifada unterdrueckt
werden muesse, bevor Veraenderungen stattfinden koennten und bevor der
Status der besetzten Gebiete geaendert werde. Koenig Hussein von Jordanien
verkuendete am 31. Juli 1988, Jordanien verzichte auf seinen offiziellen
Anspruch auf die Westbank und Ostjerusalem. Am 15. November stimmte der
Palaestinensische Nationalrat dafuer, die Etablierung eines Palaestinensischen
Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt zu erklaeren, trotz der aktuellen
israelischen Kontrolle ueber die fuer den neuen Staat beanspruchten Gebiete.
Nach 1989 gelang es Israel, viele der Erscheinungen der Intifada zu unterdruecken,
aber nicht zu eliminieren. Obwohl der negative Einfluss des Aufstandes
auf die Wirtschaft vermindert wurde, fuehrten die Massnahmen gemeinsam
mit den budgetaeren Kuerzungen zur Reduktion der Inflation, zu einer stabilen
Arbeitslosigkeit.
Als der Irak im August 1990 in Kuwait einmarschierte, war das Gleichgewicht
der Macht im Nahen Osten, das bereits durch den Niedergang der Sowjetunion
betroffen wurden war, vollstaendig erschuettert. Die Vereinigten Staatem
fuerchteten, die instabile Koalition der Laender, die sie unter der Aufsicht
der Vereinten Nationen fuehrten, werde zusammenbrechen, falls Israel im
Konflikt um den Kuwait eine aktive Rolle spielte. Waehrend der irakische
Praesident Saddam Hussein versuchte, seinen Rueckzug aus dem Kuwait mit
dem Rueckzug Israels aus den besetzten Gebieten zu verbinden, unterstuetzte
Israel die Vereinigten Staaten, blieb aber ausserhalb der diplomatischen
Manoever, die schliesslich im Jaenner 1991 durch den Ausbruch des Golfkrieges
endeten. Sogar angesichts der irakischen Missile Angriffe, schlug Israel
nicht zurueck und kontrastierte damit die palaestinensischen Unterstuetzungserklaerungen
fuer den Irak.
1991 wurde eine neue Runde der Friedensgespraeche eingelaeutet.
Nach einem ersten allgemeinen Treffen, an dem die USA und die UDSSR teilnahmen,
trafen einander Israel und verschiedene arabische Staaten zu bilateralen
Gespraechen. Aber die Verhandlungen schienen an einem toten Punkt angekommen
zu sein. Unerwartet unterzeichneten am 13. September 1993 Israel und die
PLO eine Grundsatzerklaerung ueber interimistische Autonomiearrangements
in den besetzten Gebieten, die einen Zeitplan fuer Israels Losloesung
aus dem Territorium enthielt.
Damit endete die Intifada. (siehe auch: Die
Palaestinenser und Friedensprozess) |